1. WM-Spiel

"Keine Laufkundschaft" -Rangnick warnt vor Jordanien

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Österreichs Fußball-Nationalteam gibt am Mittwoch (6.00 Uhr MESZ/live ORF 1) nach 28 Jahren sein Comeback auf der großen WM-Bühne
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Die ÖFB-Auswahl gilt in Santa Clara gegen Jordanien als klarer Favorit, ein Sieg über den WM-Neuling würde bereits vor den weiteren Gruppe-J-Partien gegen Argentinien und Algerien einen großen Schritt Richtung Sechzehntelfinale bedeuten. Teamchef Ralf Rangnick ist sich der Rollenverteilung bewusst, warnte aber auch vor dem Gegner.

"Jordanien ist nur für diejenigen, die sich nicht damit beschäftigt haben, ein leichter Gegner", betonte der Deutsche, der erst am Samstag seine Vertragsverlängerung beim ÖFB bekanntgegeben hatte. "Jordanien ist alles andere als ein leichter Gegner, nicht mit San Marino zu vergleichen. Das ist alles andere als Laufkundschaft, gegen die man im Vorbeigehen gewinnt."

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Die Auswahl aus dem Nahen Osten gilt als taktisch diszipliniert, ihre Dreier- beziehungsweise Fünferkette ist nur schwer zu knacken. Im Spiel nach vorne versucht man durch schnelle Konter Nadelstiche zu setzen, eine Schlüsselrolle kommt in diesem Zusammenhang Mousa Al-Tamari zu. Der 28-jährige Flügelspieler von Stade Rennes, auch "Jordaniens Messi" genannt, ist der einzige Europa-Legionär im Kader, er brachte es in der abgelaufenen Ligue-1-Saison auf sieben Tore und elf Assists.

Jordanien "will Gegner anlocken"

Laut Rangnick verfüge Jordanien "über einen klaren Auftritt und ein sehr kompaktes, mannschaftliches Verhalten. Sie wollen den Gegner anlocken und dann freie Räume nützen." Trotz aller Respektsbekundungen ist die Ausgangsposition aber klar: Österreich trifft als Weltranglisten-25. auf den Weltranglisten-64., der seit fünf Länderspielen sieglos ist und die jüngsten zwei Tests verloren hat.

Das ÖFB-Team hingegen gewann alle drei Länderspiele dieses Jahres. Bei einem weiteren Erfolg wäre man dem erklärten Minimalziel Sechzehntelfinale schon relativ nahe. "Wir wissen um die Bedeutung dieses Spiels, dass es richtungsweisend ist, und genauso werden wir es auch angehen", versprach Rangnick.

Keine Angaben zur Startformation

Naturgemäß keine Angaben machte der Deutsche zu seiner Startformation, die er den Spielern bereits am Samstag mitgeteilt hatte. Offen ist unter anderem die Frage, wer den verletzten Christoph Baumgartner ersetzt. Als Kandidaten gelten Carney Chukwuemeka, Paul Wanner oder Sasa Kalajdzic. Letzterer präsentierte sich in den ÖFB-Trainings in starker Form und ist daher wohl auch ein Kandidat für die Rolle als Solospitze.

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Rangnick beteuerte, er werde bei der Wahl seiner Aufstellung nicht nur gute Leistungen in der Vergangenheit, sondern vor allem die aktuelle Verfassung berücksichtigen. "Wir werden natürlich versuchen, sowohl das eine als auch das andere in Betracht zu ziehen. Aber es ist schon so, dass wir in erster Linie schauen, wer in Form ist. Wir werden keine Dankbarkeitsentscheidungen für Verdienste in der Vergangenheit treffen."

Rangnick selbst ist der erst zweite Trainer, der bei einem WM- und EM-Match auf der ÖFB-Bank sitzt - davor gelang dies nur Josef Hickersberger (WM 1990 und EM 2008). Die österreichische Bundeshymne wird der Schwabe deshalb aber nicht aus voller Brust intonieren, sondern bestenfalls mitsummen. "Wenn wir wirklich sehr, sehr weit kommen, könnte ich mir vorstellen, die Hymne ganz mitzusingen. Im Moment kann ich sie aber noch nicht, selbst bei 'I am from Austria' bin ich noch nicht hundertprozentig textsicher", erzählte Rangnick.

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Erst ein ÖFB-WM-Sieg mit mehr als zwei Toren Differenz

Ungeachtet aller Text-Unsicherheiten haben der Coach und seine Truppe die Gelegenheit, Geschichte zu schreiben. Österreich hat seit dem 2:1 gegen die USA am 19. Juni 1990 in Florenz keine WM-Partie mehr für sich entschieden, ist seit 1982 nicht mehr aus einer Gruppenphase aufgestiegen und stand zuletzt 1954 in der K.o.-Phase eines Weltturniers.

1978 und 1982 kam das Aus in der längst abgeschafften Zwischenrunde. 1958, 1990 und 1998 war nach der Gruppenphase Endstation. Nur ein WM-Spiel - das 5:0 gegen die Tschechoslowakei am 19. Juni 1954 in Zürich - wurde mit mehr als zwei Toren Unterschied gewonnen.

Für Jordanien bedeutet die Partie im Heimstadion der San Francisco 49ers eine Premiere. Der Asien-Cup-Zweite von 2024 absolviert sein erstes WM-Match, die Erwartungen sind hoch. "Wir können bei diesem Turnier einen starken Eindruck hinterlassen. Die Spieler sind sich der Verantwortung und der Ehre bewusst, Jordanien erstmals bei einer WM zu repräsentieren", erklärte Teamchef Jamal Sellami, der mit Marokko an der WM 1998 teilgenommen hatte.