Scharfe Kritik

Klopp rechnet mit DFB-Team ab: "Falschen Fußball gespielt"

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Die erste Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sorgt für Alarmstimmung bei unseren Nachbarn.
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Der bereits feststehende Gruppensieger bekam am Donnerstag beim 1:2 gegen Ecuador vor Augen geführt, welche Schwächen vor dem Start der K.-o.-Phase abgestellt werden müssen. Gleichzeitig wollten Teamchef Julian Nagelsmann und seine Schützlinge die Niederlage aber nicht überbewerten.

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"Sind bald raus!"

Die Presse rechnete bereits mit der Leistung der Nagelsmann-Elf ab. "So sind wir bald raus!" titelte etwa die BILD, und kritisiert auch Rückkehrer Manuel neuer, der "ins Leere griff". Auch die "Frankfurter Allgemeine" sieht "Grund zur Sorge": "Das DFB-Team wird erschreckt im Geisterhaus", urteilt die Zeitung.

Scharfe Kritik kam auch von Jürgen Klopp: "Wir haben auf dem stumpfen Rasen gegen einen aggressiven Gegner die falschen Mittel gewählt.", so der TV-Experte bei MagentaTV. "Wir haben den falschen Fußball gespielt. Wir hatten keine Tiefe im Spiel ab Minute zwölf. Wir haben den Gegner spielen lassen und im tiefen Block verteidigt. Das sah fast so aus, als ob wir das mal testen wollten." Brisant: Klopp wird seit Monaten als Nachfolger von Julian Nagelsmann gehandelt.

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Ins Gruppenfinale erwischte die DFB-Elf zunächst einen Traumstart. Leroy Sane brachte den vierfachen Weltmeister bereits nach 109 Sekunden in Führung, anschließend verlor Deutschland jedoch zunehmend die Kontrolle. "Wir hatten einen super Start ins Spiel und müssen, wenn wir so früh führen, mit viel mehr Überzeugung das Ding zu Ende spielen", erklärte Nagelsmann. Nach dem Führungstreffer habe es "ein bisschen zu viel Freestyle" gegeben. Deutschland habe Ecuador "selbst wieder ins Spiel zurückgeholt".

Der Bundestrainer stellte sich nach der Partie jedoch demonstrativ vor seine Mannschaft und wies die Behauptung eines Moderators zurück, Deutschland habe aufgrund des bereits feststehenden Gruppensiegs nicht den nötigen Einsatz gezeigt. "Ich kann jetzt keinem Spieler sagen, er hat nicht Gas gegeben. Das ist mir viel zu plakativ", betonte der 38-Jährige.

Kapitän Kimmich: "Können jeden schlagen"

Kapitän Joshua Kimmich sah die Niederlage als Warnschuss zur rechten Zeit. "Zum Glück ist jetzt nichts passiert", sagte der Kapitän mit Blick auf den bereits fixierten Gruppensieg. "Wir dürfen uns keine weitere Niederlage erlauben, das ist klar. Wir dürfen nicht in jedem Spiel ein, zwei Gegentore bekommen. Wir müssen die Ballverlustquote minimieren." Gelinge das, dann könne die DFB-Elf laut Kimmich jeden schlagen.

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt dem DFB-Team jedenfalls nicht. Bereits am Montag (22.30 Uhr MESZ/live ORF 1) wartet im Sechzehntelfinale in Boston ein noch nicht feststehender Gruppendritter. Einen freien Tag wird es diesmal jedenfalls nicht geben. "Wir werden schon trainieren, weil wir nicht so viel Zeit haben", kündigte Nagelsmann an. Immerhin kann der Coach voraussichtlich wieder auf Nathaniel Brown zurückgreifen, der nach Adduktorenproblemen rechtzeitig fit werden soll.