Beim FC Sevilla kochten am Sonntah nach der 1:4-Pleite gegen Real Madrid die Emotionen hoch. Hintergrund: In der 23. Minute lieferte Arda Güler den Aufreger des Spiels: Im Laufduell mit Peque Fernandez schlug der Real-Star den Ellenbogen nach hinten. Sevillas Angreifer ging zu Boden, hielt sich das Gesicht und musste kurz behandelt werden. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen, Güler sah keine Karte. Für Sevilla ein Skandal! Nur sieben Minuten später traf der Türke mit einem Traumtor zum 1:0 – der Ärger bei den Gästen war damit perfekt.
Trainer Luis Garcia Plaza ließ nach dem Spiel kein gutes Haar an der Entscheidung. Für ihn war Gülers Aktion eine "ganz klare Rote Karte". Mit einem Mann mehr hätte Sevilla eine echte Chance auf einen anderen Spielverlauf gehabt, meinte der Coach. Auch vor dem zweiten Real-Tor durch Kylian Mbappe reklamierten die Andalusier ein Foul von Ibrahima Konate an Robbie Ure. Eine Wiederholung war im TV allerdings nicht zu sehen.
Auch interessant
Der Klub machte seinem Frust auf der Homepage Luft: "4-1: Ellenbogen und das war's." Außenverteidiger Juan Iglesias ging noch weiter. Der Einsatz gegen Peque habe für ihn "wie eine Körperverletzung" ausgesehen. Kapitän Kike Salas kritisierte zudem, dass der VAR nicht eingegriffen habe.
Mourinho genervt: »Besessenheit«
Plaza legte noch einmal nach und teilte auch gegen die spanischen Topklubs aus. "Diejenigen, die sich am meisten beschweren, haben am wenigsten Grund dazu", schoss der Sevilla-Coach in Richtung Real Madrid, Barcelona und Atletico. Ein Seitenhieb im ohnehin hitzigen Dauerstreit zwischen Real und LaLiga-Boss Javier Tebas.
Auf der Gegenseite konnte Jose Mourinho die Aufregung kaum nachvollziehen. Der Real-Trainer reagierte zunehmend genervt auf die Diskussion um Gülers Ellenbogencheck und sprach von einer "Besessenheit" mit dem Thema. "Niemand konnte mir zeigen, was angeblich passiert sein soll. Ich habe kein einziges Bild gesehen", erklärte der Portugiese. Er habe sogar seine Analysten und das Fernsehen um Aufnahmen gebeten – doch auch dort sei nichts zu finden gewesen, das die Vorwürfe aus seiner Sicht bestätige.