"Ich bin erleichtert", freut sich Wahlsiegerin Elke Kahr von der KPÖ. Sie sagt nach der Wahl bei der Abschlussrunde im ORF: "Der Weg, den wir bisher gegangen sind, war ein guter." Wie es weitergeht mit ihrer Koalition - SPÖ und Grüne wurden klar abgestraft - würde man jetzt "im Kollektiv" entscheiden.
Der KPÖler Robert Krotzer, Stadtrat für Gesundheit und Pflege in Graz, jubelt: "Wir sind sehr dankbar, dass die Grazer uns wieder dieses Vertrauen geschenkt haben – dieses nehmen wir gerne an."
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Bundes-KPÖ reagiert mit "Dankbarkeit und Demut"
Mit "Dankbarkeit und Demut" hat die Bundes-KPÖ am Sonntag auf das Wahlergebnis in Graz reagiert. "Ein starkes Ergebnis für die soziale Stadtpolitik der KPÖ zeichnet sich ab", freute sich der kommunistische Bundessprecher Tobias Schweiger nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnung in einer Aussendung.
"Das ist kein Erfolg von Marketingagenturen, sondern das Ergebnis unermüdlicher Arbeit an der Basis", so Schweiger, der selbst aus Graz stammt. Er dankte den Wählerinnen und Wählern für den "riesigen Vertrauensvorschuss". Das Ergebnis sei ein klarer Auftrag, "weiterhin jeden Tag für leistbares Wohnen und soziale Absicherung zu kämpfen".
ÖVP schaffte "Kurswechsel" nicht
ÖVP-Spitzenkandidat Kurt Hohensinner gratulierte in seiner ersten Reaktion Kahr: Sie habe ihren Bürgermeisterbonus gut ausgespielt. Die ÖVP habe ohne diesen Bonus die Stimmen gut gehalten. Den "Kurswechsel" in Graz und den ersten Platz schaffte die ÖVP nicht. "Es ist für mich ein Auftrag, dran zu bleiben", für die Wirtschaft in der Innenstadt und Verkehrsthemen. Er sei überzeugt, dass der Erfolg der KPÖ der Persönlichkeit der Bürgermeisterin geschuldet ist.
Hohensinner zeigte sich gesprächsbereit mit der KPÖ, wenn die ÖVP-Themen abgebildet würden.
FPÖ-Apfelknab "sehr zufrieden"
Stimmen dazugewonnen hat neben der KPÖ nur die FPÖ. FPÖ-Spitzenkandidat René Apfelknab zeigte sich "sehr zufrieden" mit dem Ergebnis. "Wir haben doch einen Zugewinn gemacht, auf den bin ich sehr stolz." Die FPÖ sei nun wieder im Gemeinderat vertreten. Warum die FPÖ auf Stadtebene nicht so erfolgreich wie auf Landesebene gewesen sei, begründete Apfelknab damit, dass Graz "anders" zu sehen sei.
"Das war auch eine Persönlichkeitswahl. Elke Kahr hat den Bürgermeisterbonus gut nutzen können", meinte Apfelknab. Auch der Wahltermin sei "gut gewählt gewesen", das Fußballspiel, Spielberg und die Hitze hätten für "eine sehr niedrige Wahlbeteiligung" gesorgt. Das Ergebnis sei "dem geschuldet", so der FPÖ-Politiker.
Grüne: "Die Prognosen waren noch schlechter..."
Die Grünen-Spitzenkandidatin Judith Schwentner zeigte sich trotz des sich abzeichnenden Minus in einer ersten Reaktion mit dem voraussichtlichen Wahlergebnis zufrieden. "Es ist uns eine Aufholjagd gelungen. Die Prognosen waren ja schlechter. Damit bin ich zufrieden. Ich würde sagen, es ist ein solides Ergebnis und tatsächlich zufrieden wäre ich, wenn wir die Möglichkeit hätten, wieder mitzugestalten. Das werden wir jetzt im Laufe des Abends sehen."
Andere Parteien enttäuscht
Neos-Spitzenkandidat Philipp Pointner wurde gefragt, ob er zufrieden ist, mit dem, was die Neos erreicht haben: "Das tut jetzt einmal weh", sagte Pointner. Denn das dritte Mandat - das gesetzte Ziel - geht sich nicht aus. "Wir sehen uns im Kontroll-Auftrag aber bestätigt: Bildung, Transparenz, Kontrolle."
Die bisherige Stadträtin Claudia Schönbacher (KFG) zeigte sich enttäuscht über ihr Abschneiden. Die FPÖ-Abspalter-Partei wird nicht mehr im Gemeinderat vertreten sein.