Verletzter Star

Krankenakte Alaba: Warum ihn 593 Tage nicht brechen

© APA/EXPA/ REINHARD EISENBAUER
Der Weg zurück an die Weltspitze gleicht für unseren ÖFB-Kapitän seit über zwei Jahren einer harten Geduldsprobe.
Zur Vollversion des Artikels

Nach seinem schweren Kreuzbandriss im Dezember 2023 und dem Wechsel zu Udinese Calcio bremst den 117-fachen ÖFB-Teamspieler nun eine muskuläre Verletzung in der Wade aus. Doch 593 Ausfalltage und über 100 verpasste Partien (siehe Grafik) werfen den 34-Jährigen nicht aus der Bahn – dank eines festen inneren Ankers.

Über 590 Tage ohne Fußball für den ÖFB-Star. © oe24.at/KI

Bei Start-Debüt erwischte es die Wade

Rückblick: Es sollte der erhoffte Befreiungsschlag werden. Nach dem Abschied von Real Madrid und der soliden WM-Performance mit Österreich (Sechzehntelfinal-Out gegen den späteren Weltmeister Spanien) suchte David Alaba in der italienischen Serie A bei Udinese Calcio eine neue Herausforderung, um wieder zu alter Spielpraxis und Stabilität zu finden.

Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuße: Ausgerechnet bei seinem Startelfdebüt gegen Lecce musste der Wiener nach nur 45 Minuten in der Kabine bleiben. Die Diagnose – eine Muskelzerrung in der rechten Wade – zwingt ihn erneut zu einer mindestens zehntägigen Zwangspause.

Seit Dezember 2023 das Sorgenkind der Nation

Für Alaba setzt sich damit eine traurige Serie fort. Seit jenem schicksalhaften 17. Dezember 2023, als im Trikot von Real Madrid gegen Villarreal das vordere Kreuzband im linken Knie riss, ist der Körper des ÖFB-Stars das Sorgenkind der Nation.

Was treibt einen Profi an, der in seiner Karriere alles gewonnen hat – von mehreren Champions-League-Trophäen mit dem FC Bayern München und Real Madrid über Dutzende Meistertitel bis hin zu unzähligen individuellen Auszeichnungen –, sich nach jedem Rückschlag wieder stundenlang in das Reha-Krafteck zu quälen?

Glaube als Lebensphilosophie

Wer Alaba kennt, weiß, dass die Antwort nicht in Verträgen oder Statistiken liegt. Für den Wiener ist sein tiefer christlicher Glaube seit frühen Jugendtagen das Fundament seines Lebens. Sein bekanntes Motto "Meine Kraft liegt in Jesus", das er regelmäßig auf Unterhemden bei großen Siegen oder auf seinen Social-Media-Kanälen zeigt, ist für ihn kein Marketing-Tool, sondern eine Lebensphilosophie.

Großes Ziel: Rückkehr ins ÖFB-Team

Die nächsten zehn Tage werden erneut von Pflege, Physiotherapie und Ergometertraining geprägt sein. Alaba arbeitet weiter an seiner Rückkehr. Mit der Hoffnung, bei der ÖFB-Teamkader-Nominierung am 2. November vielleicht doch dabei zu sein.