Strenge Regeln
Kroatien: Alkoholverbot für beliebte Adria-Hotspots
Das beliebte Land an der Adria zieht mit seinen kilometerlangen Stränden, versteckten Buchten und dem kristallklaren Wasser jedes Jahr Millionen von Besuchern an. Viele Touristen reisen aber auch gezielt an, um das pulsierende Nachtleben in Orten wie Split, Hvar oder Novalja in vollen Zügen zu genießen. Dort wird in unzähligen Open-Air-Clubs und Strandbars ausgiebig gefeiert, wobei reichlich Alkohol fließt. Die Kehrseite dieses Booms: Immer wieder sorgen rücksichtslose Feierwütige, Lärmbelästigung und virale Videos von stark betrunkenen Menschen, die auf offener Straße trinken oder urinieren, für großen Unmut bei den Einheimischen.
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Gesetz schränkt den Verkauf ein
Um die negativen Begleiterscheinungen des Tourismus zu bremsen, greift der Staat nun durch. Wie der "Spiegel" berichtet, stimmten Ende Mai 117 von 151 Abgeordneten des kroatischen Parlaments für eine entsprechende Gesetzesänderung. Städte und Gemeinden erhalten dadurch künftig die Befugnis, den Verkauf von Alkohol einzuschränken, "um die öffentliche Gesundheit, die öffentliche Ordnung, das kulturelle Erbe und die Umwelt zu schützen". Tourismusminister Tonci Glavina erklärte dazu, es gehe primär darum, das Leben der örtlichen Bevölkerung aufzuwerten, "die in einer guten Symbiose mit dem Tourismus leben will und nicht, dass die ganze Stadt oder Region nur für den Tourismus existiert".
Verkaufsverbot für Alkohol in Split
Wer sich beim Abendessen gemütlich einen Drink genehmigen möchte, muss sich jedoch keine Sorgen machen, denn Bars und Restaurants bleiben von der neuen Regelung ausgenommen. Treffen könnte ein Alkoholverbot stattdessen Kioske und Supermärkte. Ein "Vorglühen" vor dem Club-Besuch dürfte somit deutlich erschwert werden. Wie konkret diese Maßnahmen bereits sind, zeigt der Bürgermeister von Split, Tomislav Suta. Er kündigte an, auf Basis der neuen Reform in seinem Adria-Badeort ein striktes Verkaufsverbot für Alkohol von 21 bis 6 Uhr umzusetzen, um "Trunkenheit und ordnungswidriges Verhalten" merklich zu verringern.
Weitere Städte ziehen hart nach
Split steht mit diesem Vorgehen nicht allein da. Auch auf der bekannten Insel Hvar und in der zentralkroatischen Küstenstadt Zadar wurden vergleichbare Verbote bereits in Aussicht gestellt. Sogar in der Hauptstadt Zagreb wird eine entsprechende Regelung derzeit von Bürgermeister Tomislav Tomasevic intensiv geprüft. Kroatien kämpft damit wie viele andere EU-Länder um die richtige Balance: Zwar ist der Tourismus ein massiver Wirtschaftsfaktor, der rund ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht, doch die Belastungen durch die schiere Menge an Gästen sind enorm. Vergangenes Jahr strömten knapp 22 Millionen Urlauber in das Land, das gerade einmal 3,8 Millionen Einwohner zählt.