Comer See

Urlaubsort verhängt Strafen für Badekleidung

Bunte Häuser von Varenna am Comer See mit Bergen im Hintergrund und Boot auf dem Wasser.
© Getty Images
Am Comer See greift das Dorf Varenna mit empfindlichen Strafen gegen leicht bekleidete Touristen durch.
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Wer nach einem Bad im Comer See noch rasch im Bikini oder in der Badehose durch die Altstadt schlendert, sollte künftig aufpassen. Das malerische Varenna am Ostufer des beliebten italienischen Sees kämpft entschlossen gegen die Schattenseiten des Massentourismus. Seit Anfang Juli gelten dort strenge Regeln für Urlauber, die sich abseits der Strände oder Bootsanleger in Badebekleidung oder mit nacktem Oberkörper zeigen. Wer Geschäfte, Restaurants, Kirchen oder den Ortskern besucht, muss sich angemessen anziehen. Laut dem italienischen Portal "comozero" drohen bei Verstößen nun Bußgelder zwischen 50 und 200 Euro.

Schutz der lokalen Lebensqualität

Das kleine Dorf zählt gerade einmal 650 Einwohner, wird aber in der Hochsaison von Touristenströmen nahezu überrollt. Die engen Gassen des historischen Fischerortes platzen in den Sommermonaten oft aus allen Nähten. Bürgermeister Mauro Manzoni erklärt die neuen Maßnahmen damit, dass man zwar Gäste aus aller Welt schätze, die Lebensqualität der Einheimischen jedoch nicht beeinträchtigt werden dürfe.

Maßnahmen gegen lauten Massentourismus

Die neue Kleiderordnung ist jedoch nur ein Teil eines umfassenderen Pakets. Varenna reguliert ab sofort auch Reisegruppen spürbar strenger. Diese dürfen künftig maximal 25 Personen umfassen, um zu verhindern, dass die schmalen Straßen komplett blockiert werden.

Gruppen müssen sich auf Fußwegen bewegen, ohne andere Nutzer öffentlicher Räume zu behindern. Der Gemeinderat behält sich das Recht vor, per Beschluss verbindliche Routen für organisierte Gruppen festzulegen. Bei Verstößen haftet der Reiseleiter und muss mit einer Geldbuße zwischen 100 € und 400 € rechnen . Diese Regelungen gelten nicht für Schulklassen auf Exkursionen oder für Oratorien. Wiederholte Verstöße ziehen zudem ein Berufsverbot innerhalb der Gemeinde Varenna für drei bis zwölf Monate nach sich.

Zudem ist es Fremdenführern nun untersagt, Lautsprecher zu verwenden. So soll die enorme Lärmbelästigung im Ortszentrum deutlich reduziert werden.

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