Experten warnen
Kroatien: Zahmer Delfin nähert sich Badegästen
Zahlreiche Videos in sozialen Netzwerken zeigen in den vergangenen Wochen einen Großen Tümmler, der sich Schwimmern und Booten ungewöhnlich stark annähert. Aufgetaucht ist er im Novigrader Meer, eine Bucht in der oberen Adria, und der Velebit-Kanal. Die Aufnahmen aus Kroatien wurden vielfach geteilt und haben bei Urlaubern sowie Einheimischen für große Begeisterung gesorgt. Meeresbiologen des "Blue World Institute" konnten nun bestätigen, dass es sich bei dem Delfin um den bekannten Großen Tümmler "Oliver" handelt, wie "Kleine Zeitung" berichtet.
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Gefahr für Mensch und Tier
Auf den Videos ist zu sehen, wie sich "Oliver" Menschen nähert, neben Schwimmern auftaucht und teilweise sogar körperlichen Kontakt zulässt. In einigen Fällen ziehen Personen den Delfin an seiner Rückenflosse. Solche Szenen lösen bei Experten große Besorgnis aus, denn das berge "erhebliche Risiken für Mensch und Tier", warnen die Wissenschaftler. Der Große Tümmler zeige ein Verhalten, das für sogenannte Einzelgänger-Delfine typisch sei. Diese Tiere leben über längere Zeit getrennt von Artgenossen und suchen stattdessen häufig die Nähe von Menschen.
"Oliver" ist dabei kein Unbekannter. Er wurde erstmals im Mai 2021 als Kalb gemeinsam mit seiner Mutter im Velebit-Kanal dokumentiert. Besondere Aufmerksamkeit erhielt er später, als Forscher feststellten, dass sich ein Seil um seinen Schwanzansatz gewickelt hatte. Trotz mehrerer Rettungsversuche konnte der Delfin damals nicht befreit werden. Aktuelle Aufnahmen zeigen jedoch, dass "Oliver" das Seil inzwischen verloren hat. Die Narben seien laut dem "Blue World Institute" aber deutlich sichtbar. Dennoch befindet sich der Delfin nach Einschätzung der Experten in guter körperlicher Verfassung.
Risiko der Krankheitsübertragung ist groß
Seine wachsende Popularität in den sozialen Medien könnte für "Oliver" nun zum Problem werden. Laut Meeresbiologen zeigen Erfahrungen aus anderen Regionen, dass einzelne Delfine, die sich an Menschen gewöhnen, zunehmend bedrängt werden. Das reicht von Berührungsversuchen über das Füttern bis hin zum Verfolgen mit Booten. Die Experten weisen darauf hin, dass Delfine trotz ihres freundlichen Erscheinungsbildes Wildtiere bleiben. Unangemessene Annäherungen können bei den Tieren Stress verursachen und aggressives Verhalten auslösen. Gleichzeitig bestehe das Risiko der Krankheitsübertragung zwischen Mensch und Tier. Die Forscher appellieren deshalb eindringlich, "Oliver" nicht zu berühren, nicht mit ihm zu schwimmen und ausreichend Abstand zu halten. Auch Kinder sollten sich dem Tier nicht nähern. Wer den Delfin beobachtet, soll ihm genügend Raum lassen und Begegnungen lediglich aus sicherer Distanz genießen.