Drohnenabwehr

Mercedes steigt in Militär-Technologie ein

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Der Autobauer Mercedes-Benz steigt einem Medienbericht zufolge in die Drohnenabwehr ein und verbündet sich dazu mit dem Münchner Start-up Tytan Technologies.
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Beide Unternehmen wollten am Mittwoch eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mercedes liefere dabei die Fahrzeuge für ein mobiles System zur Abwehr von Drohnen.

Als Chassis für das "Drone Defender" genannte Waffensystem sollten der Kleintransporter Sprinter sowie eine Militärversion des Geländewagens G-Klasse dienen. Diese würden mit Sensoren und Abschussvorrichtungen für Abfangdrohnen von Tytan ausgestattet.

Schnelle und günstige Lieferung

Das System soll dem Zeitungsbericht zufolge günstiger und schneller verfügbar sein als komplexe Plattformen für den Fronteinsatz. Tytan wolle die Produktion des "Defender" bis Ende des Jahres aufnehmen.

Hintergrund ist die Sorge vor Drohnenangriffen auf kritische Infrastruktur. Der Verfassungsschutz forderte zuletzt deutsche Firmen auf, sich besser gegen den sich häufenden Einsatz von Drohnen zu schützen. Seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 haben Behörden eine Zunahme verdächtiger Drohnenaktivitäten an Flughäfen und Militärstützpunkten festgestellt, für die sie Moskau verantwortlich machen.

Autobauer rüsten auf

Angesichts steigender Militärausgaben in Europa rückt die Rüstungsindustrie zunehmend als mögliches Wachstumsfeld in den Fokus deutscher Autobauer. Reuters hatte Ende April berichtet, dass Europas größter Autobauer Volkswagen Insidern zufolge derzeit mit dem israelischen Rüstungskonzern und Iron-Dome-Hersteller Rafael Advanced Systems über die Umrüstung seines Werks in Osnabrück für die Produktion von Raketenabwehrsystemen verhandelt.

VW-Chef Oliver Blume erklärte, eine Möglichkeit, mit den aktuellen Überkapazitäten umzugehen, sei eine Zusammenarbeit mit Rüstungsfirmen. Die Autoindustrie leidet unter sinkenden Gewinnen und der Konkurrenz aus China. Mercedes-Chef Ola Källenius hatte im vergangenen Monat dem "Wall Street Journal" gesagt, sein Unternehmen könne das Rüstungsgeschäft ausbauen. Es werde aber eine Nischenaktivität bleiben.