Nach Transplantation

Mette-Marit entlassen – doch es lauern tödliche Gefahren

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Rund vier Wochen nach ihrem lebensrettenden und hochriskanten Eingriff durfte die 52-jährige Kronprinzessin Mette-Marit das Krankenhaus endlich verlassen. Doch trotz der geglückten Entlassung ist der Weg zurück in den Alltag für die schwerkranke Royal noch ein extrem gefährlicher Balanceakt.
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Am Dienstag, dem 14. Juli 2026, bestätigte das norwegische Königshaus offiziell, dass Mette-Marit aus dem Osloer Rikshospitalet entlassen wurde. Die Mitte Juni durchgeführte Lungentransplantation war die letzte Überlebenschance für die Kronprinzessin, die seit 2018 an einer unheilbaren, fortschreitenden Lungenfibrose leidet.

Dramatisch schlechter

Da sich ihr Zustand zuletzt dramatisch verschlechtert hatte und ihre Lebenserwartung ohne Spenderorgan von den Medizinern auf nur noch etwa ein Jahr geschätzt worden war, wurde sie am 5. Juni 2026 auf die Warteliste gesetzt. Nur wenige Tage später erhielt sie die erlösende Nachricht und ein neues Organ.

Mette-Marit, Haakon © APA/AFP/THE ROYAL COURT/-

Die gefährlichste Phase beginnt

Auch wenn die Heimkehr ein emotionaler Meilenstein ist – über den Berg ist die 52-Jährige noch lange nicht. In den kommenden sechs Monaten wird die Kronprinzessin keinerlei offizielle Aufgaben wahrnehmen können. Im Fokus stehen nun engmaschige medizinische Kontrollen sowie eine bis zu einem Jahr andauernde, intensive Rehabilitation.

Der schwedische Oberarzt Jesper Magnusson vom Sahlgrenska-Universitätskrankenhaus in Göteborg warnt vor zu früher Euphorie:

  • Das Abstoßungsrisiko: Besonders im ersten Jahr nach der Transplantation drohen jederzeit akute Abstoßungsreaktionen des Körpers gegen das neue Organ.
  • Die Medikamente: Mette-Marit muss lebenslang immununterdrückende Medikamente exakt getaktet einnehmen.
  • Die Infektionsgefahr: Die zwingend notwendigen Präparate schwächen ihre Abwehrkräfte drastisch, weshalb Menschenmengen für sie vorerst tabu sind.
  • Die Langzeitprognose: Statistisch leben fünf Jahre nach einer Lungentransplantation noch etwa 60 bis 70 Prozent der Patienten, nach zehn Jahren ist es noch rund die Hälfte.

"Das Ziel ist, dass die Patienten ein weitaus besseres Leben führen (...). Doch das Leben wird nie mehr so sein wie vor der Krankheit", dämpft Magnusson die Erwartungen. Laut dem Lungenspezialisten Olav Kåre Refvem ist für den weiteren Genesungsprozess nun zunächst ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer spezialisierten Reha-Einrichtung üblich.

(FILES) King Harald V of Norway (front, L), Queen Sonja of Norway (front, R), Crown Prince Haakon of Norway (back, 2nd L), Crown Princess Mette-Marit of Norway (back, 2nd R), Princess Ingrid Alexandra of Norway (L) and Prince Sverre Magnus of Norway (R) © APA/AFP/NTB/CORNELIUS POPPE

Organspende-Boom in Norwegen

Der persönliche Leidensweg der Kronprinzessin hat in ihrer Heimat eine beispiellose Welle der Solidarität ausgelöst. Seit Mette-Marits Listung ließen sich in Norwegen rund 12.000 Menschen neu als Organspender registrieren – das 180-Fache des normalen Vormonatsdurchschnitts.

In einer emotionalen Pressemitteilung fand Mette-Marit rührende Worte der Dankbarkeit: "Es hat mir das Leben geschenkt, und Worte reichen nicht aus, um zu beschreiben, wie dankbar und demütig ich dafür bin."

Auch Ehemann Kronprinz Haakon zeigte sich unendlich erleichtert: "Es ist eine große Erleichterung, die Kronprinzessin nach Hause zu holen." Und die Patientin bekommt zu Hause tatkräftige Unterstützung für ihre Genesung – wenn auch unter besonderen Umständen: Ihr wegen verschiedener Delikte verurteilter Sohn Marius Borg Høiby wurde pünktlich zu ihrer Entlassung mit einer elektronischen Fußfessel aus dem Gefängnis entlassen, um seiner Mutter in der schweren Zeit der Genesung beizustehen.