Geld sparen
Nächster Urlaub? Darum sollten Sie Ihre Flüge am besten jetzt buchen
Wer schon einmal einen Flugpreis über Wochen beobachtet hat, kennt das Spiel: Heute kostet das Ticket 650 Euro, morgen plötzlich 900 und zwei Tage später wieder 580 Euro. Gerade bei Langstreckenflügen können die Schwankungen erheblich sein. In den vergangenen Monaten war die Unsicherheit besonders groß. Der Krieg im Nahen Osten ließ die Treibstoffkosten und damit auch den Druck auf die Airlines deutlich steigen. Die IATA warnte im Frühjahr sogar davor, dass sich die hohen Kerosinkosten zunehmend auf die Ticketpreise auswirken könnten. Inzwischen hat sich die Lage zumindest teilweise verändert. Wer jetzt eine Reise für die kommenden Monate plant, sollte die aktuellen Preise deshalb genauer anschauen, besonders bei Langstrecken.
Warum Flüge gerade wieder vergleichsweise günstig wirken
Ein wichtiger Faktor ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Airlines haben ihre Kapazitäten für die kommenden Monate angepasst und bauen das Angebot inzwischen wieder aus. Für September erwartet die IATA weltweit fast drei Prozent mehr Sitzplatzkapazität. In Europa lag die Kapazität im Juli bereits 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Mehr verfügbare Plätze bedeuten gleichzeitig mehr Konkurrenz um die Passagiere. Das kann auf einzelnen Strecken den Preisdruck erhöhen Kurz gesagt: Mehr Plätze und eine nicht überall gleich stark wachsende Nachfrage können derzeit für günstigere Tarife sorgen.
Auch der Kerosinpreis spielt eine Rolle
Der zweite große Faktor ist der Treibstoff. Genau hier war die Lage Anfang des Jahres besonders angespannt. Die IATA berichtete im Juni von massiv gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Konflikts im Nahen Osten. Gleichzeitig meldete sie für Juni einen deutlichen Rückgang der Jet-Fuel-Preise gegenüber dem Vormonat. Das macht die Entwicklung allerdings schwer vorhersehbar: Kerosin bleibt ein erheblicher Kostenfaktor der Airlines, und geopolitische Entwicklungen können die Preise sehr schnell wieder verändern. Laut IATA entspricht der Treibstoffaufwand 2026 inzwischen fast einem Drittel der operativen Kosten der Fluggesellschaften.
Warum gerade Langstrecken interessant sein können
Bei einer Reise nach New York, Bangkok, Seoul, Tokio, Kapstadt oder auf die Malediven macht ein Preisunterschied von 100 oder 200 Euro pro Ticket bereits einen erheblichen Unterschied. Wer ohnehin weiß, dass eine Langstreckenreise im Winter geplant ist, sollte deshalb jetzt zumindest Preise beobachten und gute Tarife nicht automatisch ausschlagen. Denn während kurzfristige Preissenkungen durchaus möglich sind, kann bei beliebten Reisezielen auch das Gegenteil passieren: Besonders attraktive günstige Buchungsklassen sind irgendwann ausverkauft und plötzlich bleibt nur noch der deutlich teurere Tarif.
Was spricht also fürs Buchen?
Für eine bereits konkret geplante Winterreise spricht vor allem eines: Sie wissen, was Sie brauchen. Wenn der gewünschte Zeitraum flexibel genug ist und ein Preis deutlich unter dem liegt, was Sie für diese Strecke normalerweise erwarten würden, kann eine frühe Buchung sinnvoll sein.
Gerade bei Langstrecken würde ich einen guten Tarif deshalb nicht ausschließlich deshalb ablehnen, weil er vielleicht in drei Wochen noch einmal sinken könnte. Denn genauso gut kann das Gegenteil passieren.