Hitze & Wassermangel
Noternte in NÖ: Bis zu 50 Prozent weniger Ertrag
Auf den Feldern Niederösterreichs kommt es derzeit zur sogenannten Notreife. Aufgrund der extrem hohen Temperaturen reifen die Weizenkörner heuer deutlich schneller ab als üblich, wodurch die Einlagerung wichtiger Nährstoffe vorzeitig eingestellt wird. Die Folge: Im Bezirk Korneuburg etwa rollen die Mähdrescher zehn bis 14 Tage früher als in einem normalen Erntejahr.
Schuld daran ist vor allem der geringe Niederschlag in den letzten Wochen. Für die Landwirte bringt die anhaltende Trockenheit spürbare Einbußen mit sich: Im Schnitt wird beim Weizen mit rund 20 Prozent weniger Ertrag gerechnet, in besonders stark betroffenen Regionen könnte die Ernte sogar um bis zu 50 Prozent geringer ausfallen.
Hohe Qualität trotz Notreife
Es gibt aber auch positive Nachrichten: Die hohe Qualität des Weizens bleibt weitgehend aufrecht. Zwar sind die Ähren um rund ein Drittel kürzer als gewöhnlich, die Körner weisen jedoch ein hohes Hektolitergewicht und einen hohen Proteingehalt auf. Damit eignet sich der heimische Weizen weiterhin für die Herstellung von schmackhaftem Brot und Gebäck.
Damit auch künftig ausreichend Ernte eingefahren werden kann - Stichwort Versorgungssicherheit -, braucht es nun gezielte Maßnahmen gegen die Trockenheit. Dazu zählen Zwischenfrüchte, bodenschonende Bewirtschaftung, Windschutzstreifen sowie ein breiter Ausbau der Bewässerungsinfrastruktur. Das gilt besonders für Niederösterreich, wo besonders große Anbauflächen im trockenen pannonischen Klima liegen.