Tennis-Highlight
Österreich-Armada startet in die US Open
ÖTV-Shootingstar Lilli Tagger (18/WTA-Nr. 49) steht am Montag (ab 17 Uhr) erstmals im Hauptbewerb der US Open. Die 18-Jährige wohnt in einem Hotel in Times-Square-Nähe. Gegen ihre Auftakt-Gegnerin, die deutsche Meisterin Tamara Korpatsch (WTA-Nr. 48), hat die Osttirolerin ihre beiden bisherigen Duelle gewonnen, entsprechend gelassen geht sie in ihre Erstrunden-Partie: "Ich weiß, wie sie spielt, und sie sollte mich jetzt nicht überraschen können. Aber ich darf sie nicht unterschätzen." Tagger spielt auch Doppel wie bei den French Open mit der erfahrenen Italienerin Sara Errani.
US-Open-Premiere auch für Kraus
Die Wienerin Sinja Kraus (24/WTA-Nr. 86) hat am Montag (ab 17 Uhr) mit Karolina Muchova die wohl schwierigste Erstrunden-Aufgabe. Die Tschechin kommt als Wimbledon-Finalistin und hat am Mittwoch im Mixed an der Seite ihres Landsmanns Jakub Mensik den ersten Titel der US Open 2026 geholt.
An New York hat Kraus nur gute Erinnerungen, war sie doch in der Nähe der US-Metropole aufgewachsen und damals auch auf der Anlage in Flushing Meadows. "Meine älteren Schwestern haben da ein Jugend-Turnier gespielt. Es gibt Fotos davon", erzählte die 24-Jährige. "Es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an, weil ich so viel mit New York, mit Amerika, verbinde."
Mit Gegnerin Muchova beschäftigte sie sich erst ab dem ersten Training am Samstag vor Ort und meint: "Gegen solche Spielerinnen will man auch spielen, sich mit den Besten zu messen. Ich versuche, es auf dem Platz zu genießen. Als kleines Mädchen habe ich immer davon geträumt, auf den größten Plätzen der Welt zu spielen. Da nimmt man am meisten Erfahrung mit, da kann man superviel lernen. Ich habe nichts zu verlieren, spiele ohne Druck."
Potapova traut sich "Großes" zu
Österreichs Nummer eins Anastasia Potapova legt am Dienstag gegen die 19-jährige Tschechin Tereza Valentova los. Die Neo-Österreicherin hat als bestes US-Open-Ergebnis eine dritte Runde von 2024 stehen, als sie Muchova unterlag. "Ich bin gerne in New York. Es ist da so elektrisierend, eine andere Energie", erklärte Potapova, die Nr. 24 des Events. "Ich mag die Bedingungen, es ist sehr warm mit einer hohen Luftfeuchtigkeit." Ihre Rückenprobleme, die sie zuletzt in Monterrey zur Absage gezwungen hatten, hat sie hinter sich gelassen. "Es war nichts Großes, nur das Timing war schlecht. Es geht mir wieder gut."
Gegen Valentova erwartet die gebürtige Russin kein einfaches Match. "Sie ist jung und talentiert. Es ist eine gefährliche erste Runde, aber ich fühle mich bereit", sagte Potapova. Sie habe keine einfache Auslosung, dennoch glaubt die 25-Jährige an ein weites Vordringen im Turnier. "Ich glaube, ich habe gute Chancen, etwas Großes zu schaffen. Aber ich will nicht vor den Zug laufen, ich will im Moment bleiben."
New York sei ihr Lieblingsturnier in den USA - auch wenn sie auf der Anreise von Problemen mit einer Flugbegleiterin berichtete, die sie aufgrund ihres sie stets begleitenden Hundes aus dem Flugzeug verweisen wollte. Die Pudeldame "Bula" gebe ihr auf ihren Reisen ein gutes Gefühl, betonte Potapova. "Es fühlt sich dadurch überall wie zu Hause an." Ob sie ihrem niederländischen Freund Tallon Griekspoor bei dessen Auftakt gegen US-Lokalheld Ben Shelton zusieht, wollte Potapova je nach ihrer eigenen Ansetzung entscheiden.
Grabher mit Glück im Hauptbewerb
Die Ranking-114. Julia Grabher war nach diversen Absagen in den Hauptbewerb gerutscht und startet heute im 2. Match nach 17 Uhr gegen die als Nummer 16 gesetzte Rumänin Sorana Cirstea.
Hauptfeld-Premieren für Misolic und Rodionov
Filip Misolic muss sich mit seinem Auftaktspiel gegen Francisco Gerundolo (ARG-24) bis Dienstag gedulden. Der 25-Jährige meldete sich nach halbjähriger Auszeit wegen einer Ruptur der Plantarfaszie in der rechten Fußsohle wieder gesund. "Zurzeit bin ich fit und zum Glück ohne Schmerzen." Misolic fieberte seinem Erstauftritt gegen den Weltranglisten-25. Francisco Cerundolo bereits entgegen. "Für mich ist es eine besondere Stadt, ein besonderes Grand-Slam mit einer ganz besonderen Atmosphäre."
Von der berichtete auch Jurij Rodionov, der wie Misolic zum ersten Mal im US-Open-Hauptfeld steht und es am Montag zum Auftakt mit dem französischen Aufschlagspezialisten Giovanni Mpetshi Perricard zu tun bekommt. Im Training fokussierte sich der 27-Jährige daher auf Aufschlag und Return. "Er ist dafür bekannt, seine Ballwechsel kurz zu halten. Es wird darauf ankommen, wie spritzig ich in den ersten paar Sekunden sein werde", meinte Rodionov. Der Linkshänder hat im fünften Anlauf in New York erstmals die Qualifikation überstanden. Bisher war er nur bei den French Open dreimal im Hauptbewerb.