Nazi-Fanatiker

Österreicher verletzt: Neue Details zum Anschlag in Krakau

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Bei den Schüssen am Samstag im polnischen Krakau ist nach Angaben des polnischen Innenministeriums auch eine Person aus Österreich verletzt worden.
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Das teilte ein Sprecher am späten Samstagabend mit. Ein Mann hatte zuvor laut Polizei wahllos aus einem Auto heraus geschossen und vier Frauen sowie zwei Männer getötet. Mindestens 16 Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Polizisten und jeweils eine Person aus Deutschland, Portugal, Russland und Großbritannien.

Der polnische Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte für Sonntag und Montag eine landesweite Staatstrauer an. Zwölf der Verletzten sind nach Angaben des Chefs der Woiwodschaft Kleinpolen, Krzysztof Kleczar, in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand. Unter den Toten sei ein Brite. Der Täter sei angeschossen und festgenommen worden. Der Pole sei von "rechtsextremen Ideologien fasziniert" gewesen, teilte Polens Innenminister mit.

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Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, im Haus des Mannes seien drei weitere Tote gefunden worden. Das gehe aus Aufnahmen einer Drohne hervor, sagte der polnische Regierungschef bei einer Pressekonferenz des Krisenstabs. Es handle sich um zwei Frauen und einen Mann. Es seien wahrscheinlich die engsten Familienangehörigen des Verdächtigen.

Tusk verspricht schnelle Aufklärung

Es bestand der Verdacht, dass sich Sprengsätze in dem Haus befinden könnten. Zu den Hintergründen der Tat machte Tusk keine näheren Angaben. Er betonte, dass Polizei, Sicherheitsbehörden und Staatsanwaltschaft alles unternehmen würden, um so schnell wie möglich Informationen zu den Motiven des Schützen bekannt zu geben.

Nach Aussage des polnischen Innenministers Marcin Kierwinski war der Mittzwanziger von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse. Der polnische Staatsbürger stamme aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes.

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Täter verwendete Langwaffe

Nach Polizeiangaben verwendete der Täter eine halbautomatische Langwaffe, ähnlich einem Sturmgewehr vom amerikanischen Typ AR-15. Er habe zudem eine Pistole bei sich geführt. In seinem Auto seien viele weitere Waffen und Munition gefunden worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind neben dem Großen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Die Universitätsstadt zählt zum UNESCO-Welterbe.

Anteilnahme in ganz Europa

Bekundungen des Entsetzens und der Anteilnahme gingen aus ganz Europa ein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Tat schockierend. "Im Namen des ukrainischen Volkes und auch persönlich spreche ich den Familien und Angehörigen der Opfer mein aufrichtiges Beileid aus", schrieb er.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete den Vorfall als "eine Tragödie, die weit über Polen hinaus zu spüren sein wird". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übermittelte den Familien der Opfer auf X ihr herzlichstes Beileid.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sprach von "Schock und Emotion". Das Mitgefühl gelte Polen, den Opfern, ihren Familien und Angehörigen. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schrieb auf X von einer "feigen und inakzeptablen Gewalttat", die Krakau heimgesucht habe. "Wir werden unsere Sicherheit und unsere Freiheit stets gegen jede Form von Terror und Gewalt verteidigen."

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sprach den Familien der Opfer auf X ihr Mitgefühl aus. In einem weiteren Statement schrieb sie: "Rechtsextremismus entsteht nicht über Nacht. Extremismus wächst überall dort, wo menschenfeindliche Rhetorik salonfähig wird. Wo Grenzen des Sagbaren immer weiter verschoben werden. Wo politische Verantwortungsträger wegsehen, relativieren oder Hass gezielt verstärken, weil es ihnen politisch nützt. Das zerstört unsere Gesellschaft und bedroht unsere Sicherheit."