Wirbel in Wien

ÖVP-Figl legt im Stadion-Streit gegen "Blockierer" Hacker nach

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Nach der Reaktion von Sport-Stadtrat Peter Hacker auf die Vorwürfe von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick im oe24.TV-Interview legt nun ÖVP-Wien-Chef Markus Figl nach.
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Der Stadion-Streit in Wien kommt nicht zur Ruhe. Nachdem Teamchef Ralf Rangnick vergangene Woche überraschend im ORF-"Gespräch" die Stadtregierung rund um Bürgermeister Michael Ludwig und Sport-Stadtrat Peter Hacker kritisiert hat, holte der SPÖ-Stadtrat am Freitag im oe24.TV-Interview zum Gegenschlag aus und wies die Anschuldigungen vehement zurück. Jetzt meldete sich auch ÖVP-Wien-Chef Markus Figl gegenüber oe24 zu Wort und warnt, dass Hacker nicht zum "Blockierer eines neuen Nationalstadions werden" darf.

Der Streit um eine neue und moderne Multifunktions-Arena in Österreich ist voll entbrannt. Spätestens seit Rangnick offen damit gedroht habe, einen anderen Standort als Wien ins Auge zu fassen, ist die Politik stark unter Druck. Zwar betonen alle Parteien, dass man nach wie vor das Areal im Prater bevorzugen würde, der Teamchef vermisst allerdings die Gesprächsbereitschaft seitens der SPÖ Wien. Hacker bestätigte zwar, dass es Treffen gab, diese liegen ihm zufolge allerdings schon Jahre zurück.

Die 1931 errichtete Arena, die 2008 anlässlich der EURO in Österreich und der Schweiz um knapp 40 Millionen Euro renoviert wurde, entspricht den modernen Ansprüchen schon lange nicht mehr. Für ein großes Endspiel eines internationalen Wettbewerbs, wie der Champions League, sind die Standards und das Fassungsvermögen nicht hoch genug. Auch internationale Musik-Stars machen zunehmend einen großen Bogen um das denkmalgeschützte Stadion im Herzen der Hauptstadt.

ÖVP fordert Gesprächsbereitschaft

Während Hacker auch in den kommenden Jahren weitere Top-Konzerte verspricht, sieht er in Sachen ÖFB allerdings keinen Handlungsbedarf für eine neue Event-Arena und würde auch kein Problem damit haben, wenn diese nicht in Wien errichtet werden würde. Er legte offen, dass das Happel-Stadion in den letzten Jahren bei ÖFB-Spielen nur zwei Mal ausverkauft war und der Zuschauerschnitt bei 33.000 liegt, wodurch er auch keinen Handlungsbedarf sieht, einen neuen Fußball-Tempel in Wien zu errichten.

Aussagen, die das Fass bei ÖVP-Wien-Chef Figl wohl zum Überlaufen gebracht haben. "Eine schlanke Stadt bedeutet, private Initiativen zuzulassen, statt sie zu blockieren. Wenn Investoren bereit sind, ein Stadion privat zu finanzieren, muss die SPÖ-NEOS-Stadtregierung zumindest gesprächsbereit sein", legt er im Stadion-Streit nach.

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Sportstadtrat Peter Hacker im Interview


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Vor einigen Tagen bereits brachte man im Rathaus eine Anfrage in der Stadion-Causa ein und wollte von der Stadtregierung wissen, ob und in welcher Form es Gespräche und Kontakt zu Rangnick und den vom Teamchef genannten Investoren gab. Auch der Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahre 2015, in dem 101 Millionen Euro für die Sanierung der Prater-Arena zur Seite gelegt wurden, ist darin Thema. Hacker solle beantworten, wie viel von dem Geld bereits investiert wurde, bei dem unter anderem ein mobiles Dach vorgesehen wurde.

Sportstandort Wien hat "keinen Stellenwert" für Hacker

Vor allem Hackers Haltung zu einer möglichen Errichtung außerhalb der Hauptstadt kann Figl nicht nachvollziehen: "Dass Hacker die mögliche Abwanderung des Nationalteams in ein anderes Bundesland offenbar achselzuckend hinnimmt und hämisch kommentiert, zeigt, welchen Stellenwert der Sportstandort Wien für ihn hat: offenbar gar keinen. Wien braucht einen Sportstadtrat, der sich für den Standort einsetzt, statt private Initiativen auszubremsen und den Verlust eines Nationalstadions gleichgültig zu kommentieren."

Doch der ÖVP-Wien-Chef möchte die Diskussion nicht einfach hinnehmen und nimmt auch Koalitions-Partner NEOS in die Pflicht: "Dass SPÖ-Sportstadtrat Hacker hier auf stur schaltet, ist für eine Weltstadt wie Wien mehr als irritierend. Statt politische Streitigkeiten mit dem Teamchef zu führen, sollte die rot-pinke Stadtregierung endlich sachlich an einer Lösung arbeiten. Private Investitionen sind eine Chance für Wien und keine Bedrohung."

Neues Stadion wäre Milliardenprojekt

Die Behauptung von Rangnick, er habe drei oder vier Investoren, die jederzeit bereit wären, das XXL-Projekt in Milliardenhöhe zu finanzieren, stritt Hacker klar ab. Der Politiker meinte sogar, dass sich alle vom Teamchef genannten Geldgeber bisher auf seine Anfrage hin klar distanziert hatten. Dennoch ist eine neue Arena in Österreich auf lange Sicht unumgänglich. In einer vor Jahren in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie wurde auch ganz klar ein Neubau empfohlen, da das Happel-Oval mittlerweile zu sehr in die Jahre gekommen sei.

Der Stadion-Streit zwischen Stadtrat Peter Hacker und Teamchef Ralf Rangnick geht in die nächste Runde. © APA, GEPA

Im neu entbrannten Streit bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass durch den Rangnick-Angriff neuer Schwung in die Thematik gekommen ist und der 62-jährige Deutsche seinen ausdrücklichen Wunsch erfüllt bekommt und es noch persönlich - auch als Fan - erleben darf, wie das Nationalteam in einer neuen XXL-Arena in Österreich auflaufen wird.