Happel-Diskussion

Investoren-Plan für Stadion: Rangnick droht Wiener Stadtregierung

Teamchef Ralf Rangnick kritiesiert Wiener Politiker.
© APA/GEORG HOCHMUTH
In der ORF-Sendung "Das Gespräch" lederte Teamchef Ralf Rangnick gegen die Wiener Stadtregierung.
OE24 auf Google bevorzugen

Seit Jahren werden die Stimmen in Österreich immer lauter, dass ein neues Nationalstadion her soll. Das altehrwürdige Ernst-Happel-Stadion ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Für ein großes Fußball-Finale, wie etwa die Champions League, sind die Kriterien schon lange nicht mehr erfüllt. Auch immer mehr Pop-Superstars machen mittlerweile einen großen Bogen um Wien, weil die Anforderungen einfach nicht gegeben sind.

Umso überraschender kommt der neueste Vorstoß von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, der im ORF bei Susanne Schnabl einen konkreten Plan verrät, der allerdings von der Wiener Stadtregierung verhindert wird. "Wir haben drei, vier Investoren an der Hand, die übermorgen da wären und die Arena finanzieren würden", so der 68-jährige Deutsche.

Ihm zufolge sei seitens der Wiener Stadtregierung keine Diskussionsbereitschaft vorhanden. Es soll derzeit nicht einmal dazu kommen, dass man ihm zuhört. Denn die finanziellen Gründe dürften scheinbar geklärt sein. "Es wird gar nicht zugelassen, dass wir an einem Punkt kommen, an dem es gehen würde. Es würde kein einziger Euro Steuergeld benötigt", schildert der Erfolgscoach weiter.

"Nicht so alt, wie das Kolosseum in Rom"

Die Gründe für das Veto kann er nicht nachvollziehen, immer wieder werden an dem von ihm gewünschten Standort im Prater der Denkmalschutz, Probleme mit dem Grundwasser oder andere Gründe genannt. Vor allem der Debatte um den Denkmalschutz kann er nichts abgewinnen: "Das Happel-Stadion ist ja bei weitem nicht so alt, wie das Kolosseum in Rom", legt er scherzhaft nach.

In Wien finden immer weniger große Konzerte statt.
In Wien finden immer weniger große Konzerte statt. © APA/TOBIAS STEINMAURER

Doch mit einem Nein gibt sich der "Fußball-Professor" nicht zufrieden. Für ihn ist Wien als Standort zwar die absolute Wunsch-Destination, weil "so eine Stadt eine große Eventarena verdient" habe. Doch sollte man weiterhin scheitern, kündigt er auch an, dass er seinen Plan nicht begraben will. Rangnick: "Wir sind im Moment schon dabei, uns für andere Standorte zu interessieren. Es gibt schon genug Flächen, wo man auch über so eine Arena nachdenken könnte."

Kritik an Ludwig und Hacker

Rangnick lässt durchklingen, dass eine neue und moderne Super-Arena wohl schon bald außerhalb von Wien entstehen könnte und richtet den Wunsch der "Diskussionsbereitschaft" an die Wiener Stadtregierung um Bürgermeister Michael Ludwig und Stadtrat Peter Hacker. Doch einmal in Fahrt, geht es gleich weiter. "Ein guter Leader hat die Fähigkeit, sich Dinge vorzustellen, die zunächst mal unvorstellbar erscheinen", stichelt er weiter in Richtung der Politik.

Rangnick-Kritik an Stadtrat Hacker & Bürgermeister Ludwig.
Rangnick-Kritik an Stadtrat Hacker & Bürgermeister Ludwig. © APA/FLORIAN WIESER

Zum Abschluss des Themas gibt er noch zu, dass er sich schwer tut, mit einem Nein zu leben, wenn alle Faktoren dafür sprechen würden, und hofft, dass er ein neues Stadion in Österreich selbst noch sehen darf, auch wenn es "nicht als Teamchef, sondern als Fan" sein würde.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden