Multifunktionsarena
Spektakulärer Stadion-Plan sorgt für Aufsehen
Die Diskussion um ein neues Nationalstadion in Wien bekommt neuen Schwung. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) zeigte sich bei einem Besuch in Dallas optimistisch, dass eine moderne Spielstätte für das erfolgreiche ÖFB-Team gebaut werden kann. Trotz der angespannten Budgetsituation gab sich der Regierungschef zuversichtlich. "Wir werden eine Lösung auch für das Stadion finden, da bin ich überzeugt", sagte Stocker.
Während das Nationalteam auf dem Rasen überzeugt, bremst die Politik daheim oft bei den Kosten. Die Stadt Wien als Eigentümerin des Ernst-Happel-Stadions verhielt sich bei Neubauplänen bisher zurückhaltend. Dass sich der Bund finanziell beteiligen wird, steht für den Kanzler außer Frage. Das aktuelle Doppelbudget sieht allerdings Kürzungen bei den Sportausgaben vor. Eine moderne Spielstätte müsse heute als echte Multifunktionsarena gedacht werden. Als ungleiches Vorbild dient oft das sündhaft teure WM-Stadion in Dallas. Stocker betonte, dass sich ein Projekt in dieser Milliarden-Größenordnung in Österreich schwer amortisieren würde. Dennoch hofft der ÖVP-Chef auf eine Umsetzung noch vor der nächsten Nationalratswahl im Jahr 2029.
Rangnick als treibende Kraft
Teamchef Ralf Rangnick hat das Thema moderne Multifunktionsarena zu einem seiner Herzensprojekte gemacht und will es nach der Weltmeisterschaft mit viel Energie vorantreiben. In Österreich genießt der Coach großes Gehör für seine Pläne. "Wenn jemand, der so ein Profi in diesem Bereich ist und solche Erfolge aufweisen kann, hier eine Meinung hat, was Not tut und was richtig und gut wäre, dann hört man darauf", erklärte Stocker.
Arena Austria als revolutionäres Weltwunder
Ein konkreter Entwurf für eine solche Multifunktionsarena liegt bereits vor. Ingenieur Kurt Zöchling tüftelt seit 13 Jahren an seiner Vision für ein Bauwerk der Superlative. Bemerkenswert ist, dass Zöchling das gesamte Konzept völlig ohne offiziellen Auftrag und rein aus persönlicher Leidenschaft als totaler Sportfan entwickelt hat. Seine "Arena Austria" soll sowohl Rangnick als auch den Österreichischen Skiverband begeistern. Die Idee dahinter ist ein weltweit einzigartiger Hybrid-Komplex, der Sommer- und Wintersport in einer einzigen Anlage vereint. Das Wetter spielt im Stadion selbst keine Rolle mehr, weil eine komplette Schließung des Daches für den Arena-Boden fest in den planerischen Überlegungen verankert ist.
Im Gegensatz zu den Luxus-Arenen in Amerika sollen die Kosten in Wien aber nicht ausufern. Zöchling schätzt die Gesamtkosten für das Mega-Projekt auf rund 700 Millionen Euro. Bei diesem Projekt bestimmt streng die Funktion die Form und nicht umgekehrt. Dadurch ergibt sich ein klar definiertes Bauwerk mit wirtschaftlicher Vernunft. Die technische Umsetzung basiert auf einem reinen Hochbau aus einem Stahlbeton-Skelett. Das spektakulärste Merkmal ist ein integrierter Großschanzenturm für Skispringer mit einer stolzen Höhe von 123 Metern. Damit würde das Bauwerk den Stephansdom in Wien nur um wenige Meter untertreffen.
Durch bewegliche Baumodule und mobile Tribünen lässt sich das Stadion flexibel anpassen. Hier wird eine enorme Vielfalt geboten. Neben Fußball und American Football bietet der Komplex eine Arena etwa für Handball, Tennis und Beachvolleyball. Sogar Action-Sportarten wie Motocross-Shows, BMX-Rennen, Skateboarding sowie Klettern an steilen Wänden können hier ausgetragen werden. Bei Fußballspielen bietet die Arena Platz für 60.000 Fans, während bei anderen Events bis zu 72.000 Zuseher sitzend und stehend Platz finden können.
Zwei Standorte möglich
Als absoluter Wunschstandort Zöchlings gilt wegen Infrastruktur und Verkehrsanbindung das aktuelle Ernst-Happel-Stadion im Prater. Als zweite Option nennt er das ehemalige General-Motors-Werk im Stadtteil Aspern. Seiner Meinung nach könnte alles ganz schnell gehen. "Wenn der politische Wille da ist könnte die Arena in zwei Jahren stehen", so Zöchling gegenüber oe24.
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Champions League bis Biathlon
Die Arena Austria ist für Großveranstaltungen jeder Art gerüstet. Neben Spielen der Champions League, der Euro League oder der Nations League könnten hier sogar Olympische Sommer- und Winterspiele sowie Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen werden.
Das Wintersport-Angebot reicht von Biathlon über Eishockey und Eiskunstlauf bis hin zu Parallelslaloms für Ski und Snowboard. Auch Trendsportarten wie Ski-Freestyle, Big-Air-Bewerbe oder e-Sports finden Platz. Sogar Reit- und Springturniere sowie Triathlonbewerbe lassen sich auf dem Areal realisieren.
Ultimatives Rundum-Erlebnis
Ziel ist ein umfassendes Erlebnis auf breiter sportlicher und gesellschaftlicher Ebene. Die Besucher sollen so nah wie möglich am Geschehen sein und das Spektakel genießen. Nach dem Schlusspfiff ist der Stadionbesuch noch lange nicht vorbei. Das Umfeld ist so gestaltet, dass die Zuseher durch ein internationales Sporthotel, ein nationales Sportmuseum, ein Alpindorf mit eigenen Shops und vielseitige Gastronomiebetriebe samt einem Aussichtsrestaurant auf der Großschanze am Areal gehalten werden.
Auch für eine kommerzielle Nutzung abseits des Sports ist gesorgt. Für Firmen-Events, Tagungen und Sponsoren stehen moderne Seminarräume, Schulungszentren und ein voll ausgestattetes Medienzentrum bereit. Büros für verschiedene Sportverbände und Flächen für die Verwaltung sind ebenso eingeplant wie großzügige Werbeflächen und Lagerräume zum Vermieten.
Parkflächen und Garagen sorgen für eine stressfreie Anreise der Massen. Auch der Umweltgedanke spielt eine wichtige Rolle, da die Energieversorgung über Geothermie, Photovoltaik und Windkraft gesichert werden soll. Ein barrierefreier Zugang für alle Menschen rundet das Vorhaben ab. Ob dieser spektakuläre Plan letztlich umgesetzt wird, muss die Politik entscheiden.
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