"Da Vinci" ist da!

OP-Roboter für Landesklinikum Mistelbach

© NLK KHITTL
Ab August hält im LK Mistelbach-Gänserndorf modernste Operationstechnik Einzug: Erstmals wird dort ein OP-Roboter für chirurgische Eingriffe eingesetzt.
Zur Vollversion des Artikels

Für das Schwerpunktkrankenhaus im Weinviertel ist es ein großer Schritt in Richtung Zukunft. Der sogenannte "Da Vinci"-Roboter wird ab 5. August bei Operationen im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf unterstützen und damit noch präzisere und schonendere Eingriffe ermöglichen. Niederösterreich setzt damit seinen Ausbau der roboterassistierten Chirurgie konsequent fort. Bereits in St. Pölten, Wiener Neustadt und Krems werden derartige Systeme eingesetzt.

Der neue OP-Roboter im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf. © ROBERT HERBST

Die neue Technik soll vor allem den Patienten zugutekommen. Ärzte können mit dem System besonders exakt arbeiten, während das umliegende Gewebe geschont wird. Das kann Komplikationen verringern, den Blutverlust reduzieren und die Erholungszeit nach einem Eingriff verkürzen. Wichtig zu wissen: Operiert wird weiterhin vom Chirurgen – der Roboter dient lediglich als hochpräzises Werkzeug.

Ärztlicher Direktor Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf, Prim. Dr. Ronald Zwrtek, MBA, MAS, Landesrat Anton Kasser, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, Elisabeth Bräutigam und Projektleiter Prim. Priv.-Doz. Dr. Florian Wimpissinger. © NÖ LGA/Robert Herbs

Nach Angaben des Landes Niederösterreich wurden allein in Wiener Neustadt und St. Pölten bereits rund 5.000 Eingriffe mit Unterstützung eines OP-Roboters durchgeführt. Die jährlichen Kosten für ein solches System liegen bei rund einer Million Euro. Neben der medizinischen Versorgung soll die neue Technologie auch dabei helfen, junge Ärzte für die Landeskliniken zu gewinnen und langfristig an die Standorte zu binden.

Stimmen zum neuen OP-Roboter

"Die Etablierung des neuen OP-Roboters am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf ist ein weiterer Schritt zum Vollausbau der roboterassistierten Chirurgie in allen Regionen. Diese Weiterentwicklung in der modernen Medizin bringt allen etwas. Einerseits eine bestmögliche Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten durch präzise, sichere und schonende Behandlungsmethoden, andererseits erhöhen wir damit auch die Attraktivität unserer Klinikstandorte als Ausbildungs- und Arbeitsstandorte für junge Medizinerinnen und Mediziner", erklärt der für Landeskliniken zuständige Landesrat Anton Kasser (ÖVP).

Landesgesundheitsagentur-Vorständin Elisabeth Bräutigam ergänzte: "Von der Einführung dieser neuen Technologien profitieren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, da sie an hochmodernen Geräten bestmöglich ausgebildet werden. Diese verbesserten Rahmenbedingungen steigern nicht nur die Qualität der chirurgischen Versorgung, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Berufsbildes. Sie sind damit ein wesentlicher Faktor, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, langfristig zu binden und die Gesundheitsstandorte nachhaltig zu stärken."

"Die roboterassistierten Systeme ermöglichen besonders präzise Bewegungsabläufe, eine hochauflösende Visualisierung sowie eine besonders schonende Behandlung des Gewebes. Für Patientinnen und Patienten ergeben sich daraus viele Vorteile. Diese Methode führt zu geringeren Komplikationsraten, reduziertem Blutverlust, weniger Schmerzen sowie einer insgesamt schnelleren Genesung", so der Ärztliche Direktor Ronald Zwrtek abschließend. Projektleiter Florian Wimpissinger unterstrich nochmals, dass der "Roboter nicht selbst operiert, sondern dass das sehr stark beeinflusst ist von dem, was der Chirurg macht. Es ist kein Roboter in dem Sinn, der etwas selbst durchführt oder mit künstlicher Intelligenz arbeitet, sondern er ist quasi der verlängerte Arm von uns Chirurgen und in der minimalinvasiven Chirurgie ist es einfach die logische Weiterentwicklung."