Brisanter Leak

Posten-Deals: Protokolle belasten WKW-Chef

Ein Mann im Anzug spricht am Rednerpult vor Publikum beim Wirtschaftsparlament der WKO.
© WKW / Florian Wieser
Protokolle von Gesprächen, die der Wiener Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck in vertrauter Runde geführt hat, sollen dokumentieren, dass der Kammerchef auf die Vergabe von Posten und Wahl-Listenplätzen Einfluss genommen hat.
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Ruck soll etwa die Kandidatur eines seiner Söhne für die Wien-Wahl im vergangenen Jahr ermöglicht haben. Das berichtet das "Profil".

Die damalige Döblinger ÖVP-Gemeinderätin Margarete Kriz-Zwittkovits - die auch Vizepräsidentin in der Wirtschaftskammer ist - hat 2025 auf ein neuerliches Antreten verzichtet. Dadurch hätte Rucks Sohn die Möglichkeit erhalten haben, als ÖVP-Spitzenkandidat in Döbling anzutreten, heißt es. Ein Mandat gab es mangels Wahlerfolgs jedoch nicht.

Keine Bestätigung für Aussagen

Ruck soll dazu gemeint haben, dass Kriz-Zwittkovits einen "Befehl" erhalten habe. Diese habe daraufhin auf ein Antreten verzichtet. Zumindest soll der Kammerpräsident das so erzählt haben. Ruck selbst ließ über einen Sprecher laut den Berichten ausrichten, dass die Aussagen aus den Protokollen nicht bestätigt werden könnten.

Auch die Bestellung des früheren Wiener ÖVP-Chefs Manfred Juraczka zum zweiten Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur war offenbar Thema. Dieser Posten wird üblicherweise von der Wirtschaftskammer besetzt. Ruck soll laut den Protokollen Juraczka vorgeschlagen haben. Eine Ausschreibung gab es nicht. Sie ist laut Rathaus nicht zwingend nötig, wurde aber in früheren Jahren sehr wohl durchgeführt.

Die SPÖ war zumindest laut den Gesprächsnotizen nicht sonderlich begeistert von dem Vorschlag. "Meinst du das jetzt ernst?", soll sich Ludwig laut Ruck in einer ersten Reaktion erkundigt haben. Wer die Unterredungen mit dem WKW-Chef aufgezeichnet hat und an welchem Ort sie stattgefunden haben, werde zum Schutz der Informanten nicht verraten, hieß es.

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