Showdown in Dusiburg
Panthers-Spezialist als Vikings-Geheimwaffe im Gold Bowl
Es ist angerichtet. Die Vienna Vikings greifen in der Premieren-Saison der AFLE (American Football League Europe) nach dem ersten Titelgewinn. Das Team von Erfolgs-Coach Chris Calaycay zählt seit Jahren zu den besten Teams des Kontinents. Nach dem ELF-Titelgewinn 2022 scheiterte man in den vergangenen beiden Jahren an Rhein Fire (in Gelsenkirchen) und Stuttgart Surge (in Stuttgart) jeweils im Endspiel am Lokalmatador. Heuer liefen Ben Holmes & Co. erstmals in der neu gegründeten AFLE auf und zitterten nach dem Halbfinal-Triumph gegen London vergangenen Samstag gleich vor dem nächsten Final-Showdown gegen die Hausherren. Doch im zweiten Semifinale setzten sich die Panthers überraschend gegen Rhein Fire durch.
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Jetzt kommt es am Sonntag in Duisburg zum brisanten Wiedersehen mit den Panthers. Die Polen sind das einzige Team, das die Wikinger in der laufenden Saison bezwingen konnte und das ausgerechnet im Heimspiel. Das erste Aufeinandertreffen in Breslau ging mit 42:23 klar an die Wiener, das Rückspiel im Sport-Club-Stadion wurde zum Thriller. Am Ende zeigten die Panther ihre Krallen und setzten sich mit 34:31 knapp durch. In Deutschland werden die Vikings wieder von einigen treuen Fans begleitet, die vor Ort die Daumen drücken werden und darauf hoffen, nach dem Spiel mit der Mannschaft zu feiern. Für diejenigen, die den Weg nicht auf sich nehmen können, gibt es aber auch ein besonderes Angebot. Im Courtyard by Marriott Vienna bei der Messe Wien gibt es eine Gold Bowl Watch Party, wo ebenfalls der Bär steppen soll.
Ein Vikings-Schlüsselspieler freut sich besonders auf das Wiedersehen mit den Panthers: Wide Receiver Yannick Mayr glänzte beim Sieg im Mai mit zwei Touchdowns, beim Panthers-Sieg erreichte er nicht die Endzone. "Ja, das machte dann wohl den Unterschied aus", kann der 30-jährige Salzburger mittlerweile wieder darüber lachen. Die Entscheidung, auf welchen Gegner man im Endspiel am Sonntag trifft, sahen sich einige Vikingsspieler gemeinsam an. "Es war schon überraschend, dass sich die Panthers durchgesetzt haben. Sie haben vor allem mit Jameson Wang und Michael Harley zwei Spieler in der Offense, auf die man besonders achtgeben muss", so Mayr weiter.
Mayr der Panthers-Spezialist
Dennoch kann freut sich der Salzburger auf die Partie. "Mit Ausnahme des letzten Spiels, hatte ich eigentlich immer Top-Partien gegen die Panthers", scharrt der Polen-Spezialist in den Startlöchern. Doch auch aus persönlicher Sicht ist es für Mayr ein besonderes Spiel. Mit Marko Vidackovic und Ben Wenzler müssen ausgerechnet zwei gute Freunde die Pässe auf Mayr, der in der abgelaufenen Saison nicht weniger als 634 Yards und neun Vikings-Touchdowns verantwortlich war, verhindern. Seit feststeht, dass man sich im Spiel um den ersten Gold Bowl der Geschichte gegenüberstehen wird, gab es allerdings keinen Kontakt. Mayr: "Ich habe noch nichts von den beiden gehört."
Ein Mayr-Touchdown stach den Fans dabei besonders ins Auge. Bei der Halbfinal-Gala gegen London erzielte er mit einem Traumpass auch einen Passing Touchdown. Damals meinte er scherzhaft, dass er sich den fehlenden Rushing Touchdown für das Finale aufheben wird. Nach zwei Final-Niederlagen in Folge wollen sich die Vikings wieder zum Football-König in Europa krönen. Auch dafür ist der rot-weiß-roten Franchise vor der Saison ein Coup gelungen. Jordan Neuman, der Stuttgart als Head Coach im Vorjahr noch zum ELF-Titel geführt hatte, ist seit dieser Saison zurück in Wien und kümmert sich in eindrucksvoller Manier um die Offense.
Sonderlob für OC Jordan Neuman
Auch Mayr schwärmt von seinem Offensive Coordinator: "Jordan gibt uns allen noch mehr Selbstvertrauen. Egal, was gecalled wird, wird auch funktionieren." Der neue OC ist allerdings nur ein Grund, warum der Publikumsliebling fest an einen Sieg glaubt. "Viele angeschlagene Spieler sind wieder zurück. Wir sind in der Vorbereitung jetzt schon weiter als in einer normalen Woche", so der Receiver.
Die Final-Stimmung merkt man im ganzen Team, das auf die Revanche für die bittere Heimniederlage brennt. Gedanken an ein mögliches Karriereende im Fall eines Titelgewinns will er sich mit 30 Jahren allerdings noch nicht machen. Am Ende einer langen und harten Saison hat zwar jeder Spieler Schmerzen, aber er fühlt sich noch fit und kann in Europas Elite mitspielen, was er auch heuer eindrucksvoll bewiesen hat. Jetzt will er mit den Vikings auch den Premieren-Titel holen und als Titelverteidiger in die kommende Saison gehen.