Leo hat Krebs

Papst im Spital: ER gewinnt jetzt an Einfluss

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In den ersten 18 Monaten des Pontifikats von Leo XIV. haben sich innerhalb der Kurie einige Persönlichkeiten herauskristallisiert, denen er besonders vertraut
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Eigentlich sollte sich die Kirchenverwaltung (Kurie) am Mittwoch zum Abschluss eines Familientreffens im Petersdom versammeln. Die Veranstaltung findet anlässlich des zehnten Jahrestags des päpstlichen Schreibens "Amoris laetitia" des damaligen Oberhirten Franziskus statt. Doch Papst Leo XIV. konnte wegen seines Spitalsaufenthalts nicht teilnehmen. Seine Abwesenheit sorgt im Vatikan für Unruhe und wirft Fragen nach der weiteren Entwicklung der Kirchenleitung auf.

In den bisherigen 18 Monaten seines Pontifikats haben sich innerhalb der Kurie einige Persönlichkeiten herauskristallisiert, denen der Papst besonders vertraut. Auf sie richten sich in der aktuellen Situation viele Blicke. Neben dem neuen Dekan Luis Antonio Tagle gilt dies vor allem für den US-Kardinal Kevin Joseph Farrell. Er leitet nicht nur den Bereich (Dikasterium) für Laien, Familie und Leben, sondern ist auch Camerlengo, also Kardinalkämmerer. Aufgrund seiner Erfahrung gilt er als einer der Vertrauten, die dem Papst ihre Einschätzungen unmittelbar vermitteln können, berichten Vatikan-Insider.

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Staatssekretär Parolin im Hintertreffen

Dagegen scheint Kardinal Pietro Parolin, der vatikanische Staatssekretär, an Einfluss zu verlieren. Der Italiener besetzte den Posten auch unter Leos Vorgänger Franziskus. Der US-Papst pflegt aber ein besonders enges Verhältnis zu Erzbischof Paul Richard Gallagher, dem Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten. Beide kennen sich seit längerer Zeit und verstehen sich auch sprachlich besonders gut, wird kolportiert.

Ein weiteres zentrales Thema des Pontifikats von Leo sind die Finanzen des Vatikan. Leos Linie gilt als klar: mehr Unterstützung aus den USA, weniger Abhängigkeit von Deutschland. Da der weitere Verlauf des strittigen Reformprozesses "Synodaler Weg" in der Bundesrepublik schwer abzusehen sei, solle die Abhängigkeit von deutschen Spenden verringert werden. Sein persönliches Engagement für die wirtschaftlichen Belange des Vatikan habe zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Präsidenten der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (APSA), dem Salesianer Giordano Piccinotti, geführt.

Hohes Ansehen beim Papst genießt auch der italienische Erzbischof Filippo Iannone. Seine Ernennung zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe zählt zu den wichtigen Personalentscheidungen seines bisherigen Pontifikats.

Der Krankenhausaufenthalt des Papstes ist zugleich eine erste Bewährungsprobe für die neue Leitung der Vatikan-Kommunikation. Die US-amerikanische Journalistin und Managerin Maria Montserrat Alvarado tritt ihr Amt zwar erst am 1. November an, arbeitet sich aber bereits seit Monaten in ihre künftigen Aufgaben ein. Daher gilt es als möglich, dass sie schon Einfluss auf den Umgang mit Informationen über den gegenwärtigen Aufenthalt des Papstes im Gemelli-Klinikum genommen hat.