Das Duell im fernen Boston ist ein explosives Match zweier Nationen, die durch eine komplexe Kolonialgeschichte verbunden sind. Bis zu zwei Millionen Marokko-stämmige Menschen leben in Frankreich – die Zerrissenheit der Fans droht sich heute Nacht auf den Straßen zu entladen.
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Rückblick auf Chaos
Die Angst vor dem großen Chaos ist greifbar. Die Polizei rüstet sich für schwere Ausschreitungen, denn die Erinnerungen an das WM-Duell 2022 sind düster: Damals hagelte es allein in Paris 167 Festnahmen. Noch brutaler endeten eskalierte Fan-Feiern beim Champions League Finalsieg von Paris St. Germains 2025 mit Hunderten Verletzten, fast tausend Festnahmen und sogar einem Todesopfer. Egal wer heute siegt – die Sicherheitskräfte fürchten den Ausnahmezustand - auch auf Social Media wird schon darüber gewitzelt:
Paris macht dicht
Die Präfektur zieht daher ein beispielloses Sicherheitsnetz über der Millionenmetropole zusammen. Überwachungsdrohnen kreisen über den Straßen, um Randalierer aus der Luft ins Visier zu nehmen, Pyrotechnik ist ohnehin strengstens verboten. Um spontane Massenaufläufe auf den Champs-Elysees im Keim zu ersticken, wird das Herz der Stadt gnadenlos abgeriegelt. Ab 21 Uhr kappt die RATP massiv den Nahverkehr: Wichtige Knotenpunkte wie Charles de Gaulle – Étoile verriegeln ihre Tore, Metros fahren als Geisterzüge ohne Halt durch Stationen wie Tuileries. Paris macht dicht – in der bangen Hoffnung, dass das historische Fußballfest nicht in einem Inferno endet.