Hoffnungs-Ansage

Pharma-CEO: Krebs wird in 10 Jahren heilbar sein

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Man werde "in den nächsten zehn Jahren versuchen, Krebs zu eliminieren".
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Die Heilung von Krebs galt lange Zeit als fernes Zukunftsziel. Doch immer mehr medizinische Durchbrüche nähren die Hoffnung, dass bestimmte Krebsarten in den kommenden Jahren deutlich besser behandelbar oder sogar heilbar werden könnten. Für Aufsehen sorgte zuletzt eine Aussage von Joaquin Duato, dem Chef von Johnson & Johnson. Er erklärte bei einer Veranstaltung des "Wall Street Journal" in London, sein Unternehmen wolle "in den nächsten zehn Jahren versuchen, Krebs zu eliminieren".

Ganz so einfach wird dieses Ziel zwar nicht zu erreichen sein, doch Experten sind sich einig, dass die Krebsforschung derzeit enorme Fortschritte macht. Besonders vielversprechend sind neue Immuntherapien, personalisierte Behandlungen und innovative Technologien, die Tumore gezielt angreifen.

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Duato verwies auf Erfolge bei der Behandlung des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks. Dank moderner Therapien habe sich die Lebenserwartung vieler Patienten in den vergangenen Jahren deutlich verlängert. Besonders große Hoffnungen ruhen auf Immuntherapien, bei denen das körpereigene Abwehrsystem gezielt gegen Krebszellen aktiviert wird. Patienten, die einst als austherapiert galten, leben teilweise noch Jahre nach der Behandlung ohne Krankheitszeichen.

Viele Fortschritte

Auch in der Forschung werden laufend neue Ansätze entwickelt. Wissenschaftler der University of Texas testen derzeit eine Methode, bei der winzige Zinnoxid-Nanopartikel mit gewöhnlichem LED-Licht erhitzt werden. Die entstehende Wärme zerstört Krebszellen gezielt, während gesundes Gewebe weitgehend geschont wird. In Laborexperimenten konnten auf diese Weise bis zu 92 Prozent der untersuchten Hautkrebszellen vernichtet werden.

Ein weiterer Fortschritt kommt aus Spanien. Forscher des National Cancer Research Centre entwickelten einen Biomarker-Test, der vorhersagen kann, ob ein Patient auf bestimmte Chemotherapien anspricht. Dadurch könnten künftig unwirksame Behandlungen vermieden und Therapien individueller auf die Betroffenen zugeschnitten werden.

Auch aus der Schweiz gibt es vielversprechende Entwicklungen. Das Start-up Enzian Pharmaceutics untersucht gemeinsam mit dem Universitätsspital Zürich eine neue Tablette, die Krebsmedikamente gleichmäßiger in den Blutkreislauf abgeben soll. Ziel ist es, schwere Nebenwirkungen wie Herz- oder Leberschäden zu reduzieren und die Verträglichkeit der Behandlung zu verbessern.

Rasante Entwicklung

Trotz aller Fortschritte mahnen Fachleute zur Vorsicht. Von einer generellen Heilung aller Krebsarten könne derzeit noch keine Rede sein. Krebs umfasst mehr als 100 unterschiedliche Erkrankungen, die sich stark voneinander unterscheiden. Dennoch wächst die Zahl der Therapien, mit denen Tumore erfolgreich kontrolliert oder sogar dauerhaft zurückgedrängt werden können.

Fest steht: Die Krebsmedizin befindet sich in einer Phase rasanter Entwicklung. Neue Technologien, präzisere Diagnostik und innovative Behandlungsmethoden sorgen dafür, dass viele Experten heute deutlich optimistischer auf die kommenden Jahre blicken als noch vor einem Jahrzehnt. Die Vision, bestimmte Krebsarten in Zukunft heilbar zu machen, erscheint daher realistischer denn je.