12 Angeklagte
Prügelexzess und Vergewaltigung aus purer Rache in Wien
Wien. Am Straflandesgericht wird seit Freitag der Fall eines brutalen Übergriffs auf drei junge Burschen im Oktober des Vorjahres in der Donaustadt verhandelt. Ein Jugendlicher wurde dabei bewusstlos geschlagen und getreten, ein anderer vergewaltigt. Ausgangspunkt für den Gewaltexzess war eine Racheaktion. Am Tag davor waren die Väter von zwei Angeklagten von einem der Opfer verprügelt worden. Die Beschuldigten bekannten sich zum Teil schuldig. Ein Urteil wird erst am kommenden Dienstag gefällt.
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Auf der Anklagebank mussten am Freitag ein Vater (56) samt Sohn und zehn weitere Jugendliche Platz nehmen. Die Gruppe kennt einander gut, zum Teil sind sie miteinander verwandt, liiert oder befreundet.
Dem eigentlichen brutalen Übergriff vorangegangen war eine Auseinandersetzung bei einer U-Bahn-Station am 5. Oktober 2025. Die Väter der Hater-Clique und ein weiterer Freund gerieten nach reichlichem Alkoholkonsum mit den drei Jugendlichen in Streit, weil sie sich über das E-Scooter-Fahren der Teenager geärgert hatten. Dabei wurde einer der Väter geschlagen und über die Stufen zur U-Bahn-Station geschubst. Am Ende blieb er mit einem Rippen- und Nasenbruch liegen. An den Verletzungen, die im Spital behandelt werden mussten, Schuld war allerdings nur eines der drei späteren Opfer. Die beiden anderen waren lediglich Zeugen.
Laut Anklage war sein 18-jähriger Sohn des verletzten Vaters so erzürnt, dass er seinen besten Freund, ebenfalls 18, aufforderte, für ihn Rache auszuüben. Dazu gingen der Freund und acht weitere Jugendliche - der Jüngste war erst 14 Jahre alt - am nächsten Tag auf die drei Kontrahenten am Wonkaplatz los. Mit dabei war auch die damals schwangere Freundin des 18-jährigen Freundes. Jener Bursche, der den Vater über die Stiegen gestoßen haben soll, wurde ebenfalls über Treppen geschubst. Danach prügelte man so lange auf ihn ein, bis er bewusstlos liegen blieb und ging auch auf die beiden anderen los, wobei einer schwer sexuell missbraucht wurde.
Über Snapchat hatte sich die Gruppe verabredet, sagte ein Angeklagter im Zeugenstand. "Es hat geheißen, wir machen das gleiche, was sie mit den Vätern gemacht haben." Der 56-jährige Vater ist übrigens deshalb mitangeklagt, weil er sich im Anschluss der Tat bei den Jugendlichen bedankt hatte, dass sie so gut auf ihn aufpassen.