Jubel vor WM-Start

Rangnick bleibt! Das sagt der ÖFB-Boss

© APA/MAX SLOVENCIK
Ralf Rangnick hat wenige Tage vor Österreichs WM-Start für Klarheit gesorgt.
Zur Vollversion des Artikels

Der Teamchef bleibt der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft über das Turnier hinaus erhalten. Der 67-jährige Deutsche hat einen neuen Vertrag unterschrieben, der ihn vorerst bis Jahresende 2027 bindet. Das bestätigte der ÖFB am Samstag. Bei einer erfolgreichen Qualifikation für die EM 2028 verlängert sich der Kontrakt automatisch bis zum Turnier in Großbritannien und Irland.

Rangnick ist seit Juni 2022 ÖFB-Teamchef, sein ursprünglicher Vertrag wäre nach der WM in Nordamerika ausgelaufen. Ende Mai hatte er sich in Wien mit Verantwortlichen von AC Milan getroffen, die ihn offenbar als Sportchef für ihr neues Projekt gewinnen wollten. Der Wahl-Salzburger entschied sich aber für das Angebot des ÖFB, in dem nicht nur seinen finanziellen Wünschen, sondern nach längerem Hin und Her auch jenen nach einem möglichst professionellen Betreuerstab entsprochen wurde.

"Ich freue mich sehr, dass wir unseren Fans kurz vor dem Start der Weltmeisterschaft diese großartigen Nachrichten präsentieren können", sagte der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll in einer Verbandsaussendung über die Vertragsverlängerung. "Es ist ein wichtiges Signal für Geschlossenheit und gemeinsame sportliche Ziele. Die nun geschaffene Klarheit ist insbesondere für die Mannschaft von großer Bedeutung." Von Rangnick selbst gab es vorerst keinen Kommentar. Der Teamchef wird laut ÖFB um 13.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MESZ) in einer Pressekonferenz im WM-Camp in Santa Barbara Stellung nehmen.

Sponsorenunterstützung beim Gehalt

Zwei Millionen Euro netto soll Rangnick künftig jährlich erhalten - deutlich mehr als bisher. Finanziert wird sein Gehalt fast zur Hälfte durch vier ÖFB-Sponsoren, nämlich UNIQA, Raiffeisen, Sporteo und IMMOunited. Der Fußball-Bund schrieb von einem "maßgeblichen finanziellen Engagement" des Quartetts, ohne Zahlen zu nennen. "Ihre Unterstützung hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir den erfolgreichen Weg gemeinsam fortsetzen können", erklärte Pröll.

Deutlich mehr hätte Rangnick bereits 2024 verdienen können. Damals schlug der Schwabe kurz vor der EM ein Trainer-Angebot von Bayern München aus, um als Teamchef in Österreich zu bleiben. "Klar ist, dass der ÖFB finanziell nicht mit internationalen Spitzenklubs konkurrieren kann. Es waren, und das möchte ich ausdrücklich betonen, auch andere Faktoren, die Ralf Rangnick überzeugt haben", meinte Pröll. "Österreich und Ralf Rangnick - das passt einfach zusammen."

Bitteres EM-Aus und höchster Punkteschnitt

Rangnick, damals Interimscoach von Manchester United, hatte vor vier Jahren als Nachfolger von Franco Foda beim ÖFB angeheuert. Nach dem Abstieg aus der Nations-League-Liga A führte der Deutsche die ÖFB-Auswahl 2024 als Gruppensieger ins EM-Achtelfinale. Dort setzte es mit einem 1:2 gegen die Türkei in Leipzig allerdings die bitterste Niederlage seiner bisherigen Amtszeit.

Durch das Erreichen des Kontinentalturniers in Deutschland stand Rangnick auch für die folgende WM-Qualifikation unter Vertrag. Österreichs erste WM-Teilnahme seit 28 Jahren wurde im November in einem dramatischen Entscheidungsspiel in Wien gegen Bosnien (1:1) fixiert. Auch Rumänien, Zypern und San Marino ließ das ÖFB-Team in der Gruppe hinter sich. Ihre drei WM-Vorbereitungsspiele hat die Rangnick-Auswahl im Frühjahr allesamt gewonnen. Die aktuell 14 Heimspiele in Folge ohne Niederlage sind ÖFB-Rekord.

+++ Alle News zur Fußball-WM finden Sie HIER auf dem oe24-WM-Channel +++

Nach bisher 45 Länderspielen steht Rangnicks Bilanz bei 27 Siegen, acht Remis und zehn Niederlagen. Sein Punkteschnitt von 1,98 Zählern ist der höchste aller ÖFB-Teamchefs nach 1945, die mindestens zehn Partien in der Verantwortung waren. Die Leistungen gilt es nun aber auch bei der WM zu zeigen. Ihr Auftaktspiel bestreiten die Österreicher am Dienstag (6.00 Uhr in der Nacht auf Mittwoch MESZ) in Santa Clara gegen Jordanien. Weitere Gruppengegner sind Titelverteidiger Argentinien und Algerien.