Nach Hartberg-Sieg

Rapid vor "Wien-Monat" auf Rekordkurs

© IMAGO/PS Images
Der SK Rapid hat seinen erfolgreichen Saisoneinstieg am Freitag prolongiert, in den kommenden Wochen kann man noch dazu anstrengende Auswärtsfahrten ersparen.
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Durch das Heim-3:1 über Hartberg stehen die Hütteldorfer nach neun Runden bei acht Siegen und einer Niederlage. In der Geschichte der 1974 ins Leben gerufenen Fußball-Bundesliga startete man nur einmal erfolgreicher - 1987 gelangen acht volle Erfolge und ein Unentschieden. "Wir sind glücklich und auch ein bisschen stolz. Das konnte man so nicht erwarten", erklärte Trainer Johannes Hoff Thorup.

Zwei Bundesliga-Siege ist Rapid also noch von dem eigenen Start-Rekord entfernt. Der große Vorteil der Hütteldorfer: Man muss Wien bis zum 21. November nicht mehr verlassen. Kommenden Samstag empfängt man Lustenau im Weststadion. Danach folgen zwei Derbys bei der Vienna im Cup und beim kriselnden Erzrivalen Austria Wien am Verteilerkreis, ehe ein weiteres Heimspiel gegen den WAC am Programm steht.

Erst nach der Länderspielpause am 21. November wartet das nächste Auswärtsspiel außerhalb der Hauptstadt beim GAK. Der Dreier gegen Hartberg war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Das 1:1 des mutig agierenden TSV wurde nur durch eine hauchdünne Abseitsstellung verhindert, nach dem Anschlusstreffer der Oststeirer geriet Rapid ins Wanken. Dementsprechend berichtete Jannes Horn, dass in der Kabine nach dem Schlusspfiff keine Partystimmung aufgekommen sei. "Es war sicher eines unserer schlechteren Spiele", meinte der Torschütze zum 3:1-Endstand. "Aber es zeichnet uns aus, dass wir trotzdem gewinnen. Früher hätten wir in so einer Partie 2:2 gespielt oder vielleicht sogar 2:3 verloren."

Hoff Thorup verwundert

Ähnlich äußerte sich Hoff Thorup. "Das Gute ist, wir gewinnen Spiele, selbst wenn wir nicht bei 100 Prozent sind. Wenn wir nicht in diesem guten mentalen Zustand wären, hätte so ein Spiel auch 2:2 ausgehen können. Wir können jetzt Rückschläge viel besser wegstecken als in der letzten Saison."

Diese Attribute machen Rapid für manche Experten zum Titelanwärter Nummer eins. Hoff Thorup kann damit nur wenig anfangen. "Einmal bin ich der schlechteste Coach des Planeten und die Mannschaft ist die schlechteste Mannschaft des Planeten, und eine Woche später bin ich der beste Trainer aller Zeiten in Österreich, und die Mannschaft ist die beste Mannschaft aller Zeiten in Österreich."

"Werden noch schwierige Momente kommen"

Dass bei Rapid in kurzer Abfolge extreme Pendelausschläge in beide Richtungen möglich sind, ist Hoff Thorup mittlerweile bekannt. Wohl gerade deshalb war der 37-Jährige um eine sachgemäße Einordnung der vergangenen Wochen bemüht und warnte vor übertriebener Euphorie. "Es werden noch schwierige Momente kommen und Spiele, in denen wir noch härter um Punkte kämpfen müssen als diesmal gegen Hartberg."

Rapid-Coach Johannes Hoff Thorup. © GEPA pictures

Steigerungspotenzial sei zur Genüge vorhanden, so etwa in puncto Pressing oder Balleroberungen. "Wir schauen immer kritisch auf unsere Leistungen", betonte Hoff Thorup. Keinen Grund zur Klage gab es für den Coach, was die Entstehung der drei Tore betrifft. Besonders sehenswert war der zweite Treffer, als sich Yusuf Demir, Tonni Adamsen, Ercan Kara und Vollender Petter Nosa Dahl in Hallenfußball-Manier durch die Hartberger Defensive kombinierten. "Kreativität kommt, wenn man einen Rahmen, einen Plan hat. Es liegt aber auch an der Qualität der Spieler", meinte Hoff Thorup.

Großes Schopp-Lob für Rapid

Passend dazu bezeichnete TSV-Trainer Markus Schopp Rapid als "die aktuell beste Mannschaft Österreichs". Dennoch sei man "auf Augenhöhe" mit dem Tabellenführer gewesen. "Ich hatte bis zum 1:3 immer das Gefühl, dass wir das Spiel noch in unsere Richtung lenken können."

Der 52-Jährige lobte unter anderem seine junge Garde, zu denen drei Spieler mit prominenten Vätern zählen. Neben Schopps Sohn Konstantin (20 Jahre) sind dies Nikolaus Feldhofer (19), Filius von Ex-Rapid-Trainer und -Profi Ferdinand Feldhofer, sowie der vom FC Bayern ausgeliehene Magnus Dalpiaz (19). Vater des Hartberg-Torschützen im Allianz Stadion ist der frühere Eishockey-Teamgoalie Claus Dalpiaz. "Es ist eine interessante Fügung des Schicksals, dass ich mit Spielern arbeiten kann, deren Väter bekannt sind. Sie alle sind interessante Charaktere, die Hartberg für ihren nächsten Karriereschritt nutzen wollen", sagte der TSV-Trainer.