Konzert-Hammer
Ronnie Wood: Stones-Star zündete auf Clam die Stones-Hits
Dass bei einem Konzert das Vorprogramm den Hauptact übertrumpft, darf man doch eher als Seltenheit werten. Am Donnerstag wurde es auf der Burg Clam aber zur Tatsache. Nicht etwa, weil Van Morrison so schwach war, sondern weil es mit Ronnie Wood von den Rolling Stones doch den eigentlich größeren Star zu hören und sehen gab. Und eine mit Spannung erwartete Show. Schließlich war das einzige Österreich-Konzert ja der Start einer eher überraschend angesetzten Europa-Tour, die selbst die sonst immer topinformierten Fanseiten in puncto Programm oder Band-Besetzung vorab nur rätseln ließen.
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Einzig das Motto “Fearless„ in Anspielung auf die im Vorjahr veröffentlichte gleichnamige Solo-Werkschau war bekannt. Und wahrlich “furchtlos„ war der Auftritt vor der malerischen Burg Clam. Vom Opener mit dem Rolling-Stones-Klassiker “It’s Only Rock „n Roll" bis zum Finale mit dem herrlich dahin geschlappten Kracher "Honky Tonk Women" lieferte Wood einen erdigen Mix aus Rock, Blues und Soul. 80 Minuten, die mit viel Spielfreude und spitzbübischem Grinsen überzeugten.
Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde es ihm in der Lederjacke bald zu heiß. Im grünen T-Shirt ging‘s hinter einem schrägen Gebilde mit gleich drei Mikrofonen weiter.
Unterstützt von Vier-Mann-Band und Stones-Background-Sängerin Chanel Haynes, die seine eher als bemüht zu wertenden Gesangseinlagen doch deutlich aufwertete, mischte er dem heißen Set zur Freude der 8.000 Fans auch die Hits von Tina Turner („River Deep Mountain High“) und den Faces („Stay With Me“) bei. Die Stones-Rarität "Hey Negrita" ja sowieso. Ein cooles und sympathisches Konzert, das seinen Legendenstatus unterstrich.
Den Auftritt Van Morrison hat Wood, der im Linzer Hotel am Domplatz nächtigte, übrigens gar nicht mehr miterlebt. Bereits um 21.35 Uhr jettete er mit seinem Embraer Legacy 600 Privatflieger (Kennzeichen G-KGKG) von Linz-Hörsching weiter nach Pisa. Am Freitag steigt ja in Lucca schon das nächste Konzert.