Zudem seien 42 Personen verletzt worden. Das teilte der Gouverneur der Region, Tymur Tkatschenko, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Aus dem betroffenen Gebiet im Bezirk Butscha würden zudem mehr als 380 Menschen evakuiert. Bereits hatten beide Seiten gegenseitige Attacken mit mehreren Toten, Verletzten und Schäden gemeldet.
Bei einer ukrainischen Drohnenattacke auf die russische Region Belgorod wurden drei Menschen getötet, teilten lokale Behörden am Samstag mit. In Sewastopol auf der Krim sei ein Mensch getötet worden. Im südukrainischen Gebiet Odessa wiederum starb bei russischen Angriffen mindestens ein Mensch, so Regionalgouverneur Oleh Kiper. Auch aus anderen Regionen wurden Angriffe mit Verletzten und Schäden vermeldet.
Auch interessant
Weitere drei Personen seien in Odessa verletzt worden, hieß es in einem Telegram-Beitrag Kipers. In Belgorod befinden sich nach dortigen Angaben via Telegram drei der Verletzten in einem kritischen Zustand. Bei den Angriffen in Sewastopol auf der Krim seien zudem drei Menschen verletzt worden, erklärte der von Russland eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram.
Großbrand und Explosionen in Kiew
Aus Kiew wiederum war bereits zuvor gemeldet worden, eine russische Drohne habe in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt einen Großbrand und Explosionen verursacht. Zahlreiche Menschen wurden demnach zur Flucht gezwungen. Der Drohnenangriff habe sich am Freitagabend um kurz nach 20.00 Uhr (Ortszeit, 19.00 Uhr MESZ) in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha ereignet, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit.
In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen, "begleitet von Explosionen", erklärte der Chef der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. Deswegen seien bereits mehr als 200 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter Kinder. Laut Tkatschenko gab es bei dem Vorfall mindestens sechs Verletzte.
Russischer Gouverneur: Wohnblöcke in Hafenstadt Rostow beschädigt
Im südrussischen Gebiet Rostow wurden laut Lokalbehörden mindestens sieben Menschen bei ukrainischen Attacken verletzt. Ein Kind sei schwer verletzt ins Spital eingeliefert worden, berichtete am Samstag die staatliche Nachrichtenagentur TASS. In der russischen Hafenstadt Rostow am Don wiederum wurden laut dem regionalen Gouverneur Jury Sljusar zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Sieben Personen wurden verletzt. Zwei Kinder seien ins Spital gebracht, eines davon mit sehr schweren Verletzungen.
Ukrainischen Medienberichten zufolge soll auch das Warenlager eines Elektronikhändlers in Flammen aufgegangen sein. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Seit Wochen attackieren die ukrainischen Streitkräfte immer wieder Logistikzentren großer russischer Unternehmen. Insbesondere die Onlineversandhändler Wildberries und Ozon gerieten dabei ins Visier.
Die Attacken verursachten Milliardenschäden und rückten die Folgen des russischen Angriffskriegs für das Nachbarland der Ukraine wieder stärker in den Fokus. Die Führung in Kiew versucht damit auch die politische Stimmung in Russland vor der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September zu beeinflussen.
Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren gegen russischen Angriffskrieg
Die Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren mit westlicher Militärhilfe gegen Russlands zerstörerischen Krieg. Bei ihren gegenseitigen Attacken setzen die Streitkräfte beider Länder riesige Mengen an Drohnen ein, da diese vergleichsweise günstig herzustellen und in großen Massen einfliegend nur schwer abzuwehren sind. Während mancher Angriffswellen kommen Hunderte Drohnen gleichzeitig zum Einsatz, um die Luftabwehr zu überwältigen. Dabei werfen sich beide Seiten gegenseitig gezielte Angriffe auf Zivilisten vor, wobei die Opferzahlen und Schäden auf ukrainischer Seite weitaus größer sind.
Russland und die Ukraine weiteten in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe mit Langstrecken-Geschoßen aus und nehmen dabei zunehmend zivile Infrastruktur wie Lagerhäuser und Öl- und Hafeninfrastruktur ins Visier. Bei diesen Angriffen gibt es zunehmend zivile Opfer.
Ermittlungen wegen Explosionen
Nach dem Angriff in Myla leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts ein, dass auf dem Gelände illegal explosives Material gelagert worden sei. Auch werde geprüft, ob das Unternehmen alle "notwendigen Genehmigungen" gehabt habe.
Der ukrainische Regierungschef Serhij Korezky kritisierte, dass aus einem tödlichen Angriff im Juli in Wyschnewe nahe Kiew nicht die nötigen Lehren gezogen worden seien. Damals sei zutage getreten, dass ein Staatsunternehmen trotz der Nähe zu Wohngebäuden sich nicht an die Vorschriften für die Lagerung von explosivem Material gehalten hatte.
"Im fünften Jahr der Vollinvasion immer wieder dieselben Fehler zu machen, ist kriminelle Fahrlässigkeit", erklärte Korezky auf Telegram. "Alle Verantwortlichen müssen ohne Ausnahme schwer bestraft werden, damit solche Situationen nicht mehr eintreten."