Wutrede in New York

"Schändlich und blamabel": Trump tobt nach Nobelpreis-Pleite

© APA/AFP/MANDEL NGAN
Bei einem Wahlkampfauftritt in New York attackierte der US-Präsident die Vergabe des Friedensnobelpreises scharf. Dass er selbst wieder nicht ausgezeichnet wurde, machte er dabei unmissverständlich klar.
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Bei seiner Rede vor Anhängern sparte Trump nicht mit Kritik. Die Entscheidung für die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay (85) sei "schändlich und blamabel" und ein "unauslöschlicher Makel für Norwegen", wetterte der Präsident. Den Nobelpreis hätten "radikale Ideologen" diskreditiert, behauptete er.

Auch über die diesjährige Preisträgerin machte sich Trump lustig. Er bezeichnete Pillay als "liberale Person bei den Vereinten Nationen, von der noch nie jemand gehört hat". Die Juristin setzte sich unter anderem gegen die Apartheid ein und war frühere UN-Menschenrechtskommissarin.

"Ich hätte den Friedensnobelpreis bekommen sollen"

Schließlich kam Trump auf seinen persönlichen Frust zu sprechen. "Ich hätte den Friedensnobelpreis bekommen sollen, habe ihn aber nicht bekommen", beklagte er sich. Seit Jahren macht der US-Präsident keinen Hehl daraus, dass er die prestigeträchtige Auszeichnung gerne selbst erhalten würde.

Besonders bitter dürfte für ihn der Vergleich mit seinem Vorgänger Barack Obama sein: Dieser bekam den Friedensnobelpreis 2009, nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt. Trump wiederum verweist immer wieder auf Konflikte, die er nach eigener Darstellung beendet habe. Kritiker halten dagegen, dass seine Bilanz in mehreren Fällen umstritten sei. Auch der Iran-Krieg und dessen Folgen für die Region sowie internationale Lieferketten stehen in der Kritik.

Schlechte Umfragewerte setzen Trump unter Druck

Der Ausbruch kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Trump kämpft mit schwachen Zustimmungswerten. Laut einer im Ausgangsbericht zitierten Umfrage missbilligen 71 Prozent der Amerikaner sein Vorgehen im Iran. Auch bei Wirtschaft und Lebenshaltungskosten soll die Zustimmung zuletzt deutlich gesunken sein.

Im November stehen in den USA die wichtigen Zwischenwahlen an. Bei seinem Auftritt in New York sollte Trump eigentlich den republikanischen Gouverneurskandidaten Bruce Blakeman unterstützen. Stattdessen drehte sich ein großer Teil seiner Rede um ihn selbst, seine politischen Gegner und die verpasste Nobelpreis-Auszeichnung. Ob Blakeman sich von dem Auftritt die erhoffte Unterstützung versprechen konnte, bleibt offen.