Ermordeter Fanszene-Chef

Sieben Festnahmen nach Hinrichtung von Lazio-Ultra

Ermittlungserfolg in Rom! Sieben Jahre nach der Hinrichtung des berüchtigten Lazio-Ultra-Chefs Fabrizio Piscitelli nahm die italienische Polizei sieben mutmaßliche Mafia-Strippenzieher fest.
Zur Vollversion des Artikels

Mehr als sieben Jahre nach dem aufsehenerregenden Mord am berüchtigten Lazio-Ultra-Anführer Fabrizio Piscitelli ist der italienischen Polizei ein entscheidender Schlag gegen die Unterwelt gelungen. Die Carabinieri nahmen in der italienischen Hauptstadt insgesamt sieben mutmaßliche Mafiosi fest, denen vorgeworfen wird, den Mord an dem unter dem Spitznamen "Diabolik" bekannten Fan-Boss in Auftrag gegeben und im Detail organisiert zu haben. Unter den Festgenommenen befindet sich mit Michele Senese der mächtige Chef des berüchtigten Senese-Clans, einer der einflussreichsten Mafia-Gruppierungen Roms.

Tödlicher Hinterhalt im Park und Machtkampf um Drogen millionen

Piscitelli war im Sommer 2019 im Parco degli Acquedotti im Osten von Rom per Kopfschuss hingerichtet worden. Der damals 53-jährige Ultra-Chef saß auf einer Parkbank, als sich ein als Jogger getarnter Mann näherte und abdrückte. Als Motiv vermuten die Ermittlungsbehörden einen knallharten Machtkampf im lukrativen römischen Drogenhandel. Piscitelli, der neben seiner Führungsrolle in der neofaschistischen Fankultur tief im Rauschgiftgeschäft verstrickt war, hatte versucht, sich aus der Vormachtstellung des Senese-Clans zu lösen. Mafia-Boss Senese wollte daraufhin ein klares Zeichen setzen, um seine Vorherrschaft zu sichern.

Berüchtigte Fangruppe "Irriducibili" sorgte für Skandale

Der ermordete Piscitelli galt als Roms bekanntester und zugleich umstrittenster Fußball-Ultra. Seine extremistische Anhängerschaft "Irriducibili" (Die Unbeugsamen) führte die Fan-Kurve von Lazio Rom jahrelang an und sorgte mit rechtsradikalen Aktionen sowie der Verhöhnung von Holocaust-Opfern international für Entsetzen. Im Jahr 2020 löste sich die berüchtigte Gruppierung schließlich offiziell auf.