Alte Bauernregel
Bestimmt DIESER Tag wirklich den restlichen Sommer?
Diesen Freitag ist es wieder so weit. Die sieben Brüder, benannt nach sieben frühchristlichen Märtyrern, spielen im bäuerlichen Wetterwissen eine ähnliche Rolle wie ihr bekannterer Verwandter im Kalender. Wer das Wetter im Blick behält, sollte also auch dieses Datum kennen. Denn auch rund um den Siebenbrüdertag gibt es eine klare Wettervorhersage aus dem Volksmund: "Ist Siebenbrüder ein Regentag, so regnet‘s noch 7 Wochen danach." Was dramatisch klingt, beschreibt im Kern dasselbe Prinzip wie der Siebenschläfertag: Das Wetter Anfang Juli soll die Großwetterlage für den Rest des Sommers vorwegnehmen. Ob Bauern dieser Regel tatsächlich ihren Erntesommer anvertraut haben, lässt sich nur erahnen. Meteorologisch belastbar ist sie in dieser simplen Form jedenfalls nicht.
Varianten der alten Sommerregel
Neben der Hauptregel existieren mehrere Varianten, die dasselbe auf unterschiedliche Weise formulieren. "Wie es die sieben Brüder treiben, soll es noch sieben Wochen lang bleiben" betont die Beständigkeit der Wetterlage. "An Siebenbrüder Regen, der bringt dem Bauern keinen Segen" verknüpft das Wetter mit dem Ernteerfolg. Und die positive Kehrseite lautet: "Wenn sich die sieben Brüder sonnen, kommt sieben Wochen Wonnen." Alle Varianten kreisen um denselben Gedanken: Ein markanter Wettertag verrät, was der Sommer bringt.
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Reine Naturbeobachtung ohne Satellitendaten
Bauernregeln sind generell mit Vorsicht zu genießen. Sie entstanden in einer Zeit ohne Satellitendaten, Wettermodelle oder Radiosonden, aus reiner Beobachtung über Generationen. Ihre Trefferquote ist wissenschaftlich kaum belegt und regional sehr unterschiedlich. Viele Regeln gelten streng genommen nur für bestimmte Landstriche, in denen sie über Jahrzehnte beobachtet wurden. Als zuverlässige Wettervorhersage taugen sie nicht. Als kulturelles Erbe und Ausdruck bäuerlicher Naturbeobachtung sind sie dennoch bemerkenswert.
Der Jetstream als meteorologische Grundlage
Interessant ist allerdings, dass der Siebenschläfertag zumindest eine meteorologische Grundlage hat. Moderne Wetterwissenschaftler erklären das mit dem Jetstream: Ende Juni stabilisiert sich die atmosphärische Zirkulation häufig, was tatsächlich dazu führen kann, dass eine bestimmte Wetterlage für mehrere Wochen anhält. In manchen Regionen Deutschlands soll die Siebenschläfer-Regel Trefferquoten von bis zu 70 Prozent erreichen. Dabei schauen Meteorologen allerdings nicht starr auf den 27. Juni, sondern auf einen Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli.