Einzug in Final 8

Sieg! Österreich schlägt Belgien im Davis-Cup

© GEPA pictures
Stark! Österreichs Tennis-Team steht im Davis-Cup im Final-8-Turnier in Bologna. Jurij Rodionov besorgte im Wiener Prater das entscheidende 3:1.
Zur Vollversion des Artikels

Österreichs Davis-Cup-Team hat es neuerlich geschafft. Mit dem dritten Punkt durch Jurij Rodionov und einem 7:6(6),6:3-Erfolg über Zizou Bergs steht die ÖTV-Equipe wie im Vorjahr wieder im Final-8-Turnier der acht besten Nationen im November in Bologna. Rodionov stellte im Länderkampf mit Belgien vor fast 4.000 Fans auf 3:1. Zuvor hatte das neuformierte ÖTV-Doppel Lucas Miedler/Neil Oberleitner am Samstag im Wiener Prater Sander Gille/Joran Vliegen 7:6(5),7:5 besiegt.

Der Länderkampf war nach dem Eröffnungstag ja 1:1 gestanden, nun hat die Truppe von Kapitän Jürgen Melzer schon vor dem vierten Einzel den Aufstieg ins Viertelfinale geschafft. Österreich steht damit zum insgesamt sechsten Mal (nach 1989, 1990/Semifinale, 1995, 2012 und 2025) unter den besten acht Nationen. Österreich hält seine makellose Bilanz gegen Belgien und hat nun alle sechs Begegnungen gewonnen.

Für Rodionov und Co. wird es damit schon am Dienstag (12.00 Uhr) wieder spannend, denn dann wird der erste Gegner beim Turnier in Bologna vom 24. bis 29. November ausgelost. Die Teilnahme allein sichert der Equipe ein Mindestpreisgeld von 500.000 Dollar, 80 Prozent davon gehen an die Spieler.

Rodionov wehrte Satzball ab

Außenseiter Rodionov hatte gegen den Weltranglisten-38. im ersten Satz schon 4:2 geführt, musste aber gleich den Aufschlag wieder abgeben. Es gab danach noch Breakchancen auf beiden Seiten, darunter zwei Satzbälle bei 6:5 für Rodionov. So ging es aber ins Tiebreak, in dem der 27-jährige Niederösterreicher bei 5:6 einen Satzball abwehren musste, ehe er seinen insgesamt dritten zum 8:6 nutzte.

Satz zwei begann mit drei Breaks en suite, ehe Rodionov als Erster zum 3:1 sein Service durchbrachte und er dem Belgier nochmals den Aufschlag zum 4:1 abnahm. Zwar kam Bergs von 1:5 noch auf 3:5 heran, dann servierte Rodionov aber nach 2:19 Stunden aus.

Gelungenes Debüt des Duos Miedler/Oberleitner

Bereits zuvor hatte das rot-weiß-rote Doppel die Weichen zum Sieg gestellt. "Ich bin überwältigt. Ich bin sehr froh, dass ich meine Leistung heute so bringen konnte", meinte Davis-Cup-Debütant Oberleitner. Ein großer Grund dafür seien sowohl die Fans als auch sein Partner gewesen. "Es freut mich sehr, dass unser Einstieg in unsere zukünftige Partnerschaft so startet." Auch Miedler hatte natürlich allen Grund zur Freude. "Ein unglaubliches Debüt von Neil. Es ist nicht selbstverständlich, dass man da so rausgeht und gleich so spielt beim ersten Davis Cup", zollte Miedler seinem Neo-Partner Respekt.

Beide Spieler genossen die tolle Heim-Atmosphäre. "Im ersten Satz hätte es auch in die andere Richtung gehen können. Aber ich glaube, dass wir in den entscheidenden Momenten echt stabil gespielt haben", ergänzte der Doppel-Routinier.

Miedler: "Wollen nächstes Jahr voll angreifen"

Das Doppel verlief wie erwartet sehr ausgeglichen. Die routinierten Belgier, die 2023 immerhin im Finale der French Open gestanden waren, boten dem Neo-Duo die erwartet starke Gegenwehr. Bei prächtigen Bedingungen und echter Davis-Cup-Atmosphäre vergaben sowohl die Gastgeber als auch die Belgier jeweils einen Breakball zum 2:0 respektive zum 6:5, ehe es um Punkt 12.00 Uhr ins Tiebreak ging. In diesem nutzten Miedler/Oberleitner unter dem Jubel der Zuschauer den ersten Satzball nach 58 Minuten.

In Durchgang zwei ging es ähnlich eng zu. Bei 3:4 wehrte das ÖTV-Team einen Breakball ab und nutzte dann bei 5:5 die vierte Chance zum ersten Break im gesamten Match. Oberleitner servierte mit dem zweiten Matchball aus.

Für Oberleitner/Miedler geht es auf der Tour in Tokio los und man spielt die Asien-Tour. Danach steht Wien, - Turnierboss Herwig Straka versicherte am Samstag auch eine Wildcard, falls nötig -, und das Masters-1000-Turnier in Paris. "Wir wollen nächstes Jahr voll angreifen, weil wir wissen ja auch nicht, wie die Pläne für 2028 ausschauen. Von dem her wäre es gut, mindestens unter den ersten 30 zu stehen", sprach Miedler mögliche Regeländerungen und Einschränkungen für das Doppel an.