Während der Diesel-Preis die Autofahrer ein wenig aufatmen lässt, schießt der Benzinpreis pünktlich zur Reisesaison scharf nach oben. Doch damit nicht genug: Seit Juni sorgt eine Reform der Spritpreisbremse für zusätzliche Teuerung.
Ein Blick auf die Zapfsäulen zeigt derzeit ein völlig gemischtes Bild – mit bitterem Beigeschmack für Benzinfahrer. Im Mai kostete ein Liter Diesel im Schnitt rund 1,92 Euro und war damit um immerhin 9 Cent günstiger als noch im April. Ganz anders die Situation beim Benzin: Hier ging es steil nach oben! Ein Liter schlug mit knapp 1,80 Euro zu Buche – ein sattes Plus von 8 Cent im Vergleich zum Vormonat.
Der "Sommer-Effekt" schlägt zu
Verantwortlich für diesen Sprung ist der klassische Saison-Effekt, wie Martin Grasslober, Leiter der Abteilung Verkehrswirtschaft beim ÖAMTC, im Ö1-Radio erklärt:
“"Grundsätzlich sieht man in den Monaten ab dem Frühling, wenn es Richtung Sommer geht, einfach mehr Kilometer, die mit Benzin gefahren werden. Das heißt, es gibt eine höhere Benzinnachfrage und hier reagiert dann auch der Preis – sprich, es wird teurer an der Zapfsäule."”
Martin Grasslober, Leiter der Abteilung Verkehrswirtschaft beim ÖAMTC
Juni-Schock: Spritpreisbremse drastisch gekürzt
Seit dem 1. Juni droht den Autofahrern der nächste Teuerungs-Dämpfer. Die staatliche Spritpreisbremse wurde zwar verlängert, allerdings deutlich verschlankt.
- Der Rabatt-Absturz: Statt im Schnitt bisher 4,5 Cent Ersparnis pro Liter sind es jetzt nur noch 1,7 Cent weniger.
- Das fiel weg: Die Margenbegrenzung wurde komplett gestrichen. Sie war wohl zu kompliziert...
- Das bleibt: Die Senkung der Mineralölsteuer wurde in stark verkleinerter Form beibehalten.
Mit dieser Maßnahme sollen die Mehreinnahmen kompensiert werden, die der Staat aktuell über die Umsatzsteuer einstreicht. Der ÖAMTC fordert angesichts dieser Intransparenz Aufklärung. "Wir würden uns hier wünschen, dass es Transparenz gibt, wie hoch denn die Mehreinnahmen sind, damit man auch diese 1,7 Cent wirklich nachvollziehen kann", so Grasslober deutlich.
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Trotz der Preis-Rallye können Autofahrer bares Geld sparen, wenn sie die richtige Taktik wählen. Der ÖAMTC-Experte verweist auf den Spritpreistracker der Bundeswettbewerbsbehörde. Dieser zeigt ein klares Muster: Die Preise schießen oft gegen Mittag extrem in die Höhe, flachen Richtung Abend aber wieder ab.
Wer sparen will, sollte die Mittagszeit meiden. "Unser Tipp ist hier: Wenn man nicht knapp vor 12 Uhr tanken kann, dann sollte man es zumindest gegen Abend tun, da ist es auch schon wieder um einiges günstiger", rät Grasslober.
Die besten Wochentage: Planen lohnt sich! Am Sonntag sowie am Montagvormittag ist das Tanken tendenziell am allergünstigsten.