Touristen attackiert

Auf DIESER Ferieninsel eskaliert der Streit um Urlauber völlig

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Auf Lanzarote eskaliert der Kampf gegen Touristen

Traumhafte Vulkanlandschaften, tiefblaues Meer und ewiger Sommer: Lanzarote gehört zu den absoluten Sehnsuchtsorten europäischer Urlauber. Doch hinter der idyllischen Postkartenkulisse brodelt es gewaltig. Der Unmut der Einheimischen über den unkontrollierten Massentourismus schlägt zunehmend in offene Sabotage um. Was als friedlicher Protest begann, erreicht inzwischen eine neue, aggressive Eskalationsstufe.

Aktivisten jagen Urlauber

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet, greifen Aktivisten auf der Kanareninsel mittlerweile zu radikalen Mitteln, um den Ferienwohnungs-Boom direkt vor Ort zu bremsen. Im Visier der Protestierenden: die kleinen Schlüsselboxen an den Außenwänden von Airbnb-Unterkünften.

Aktivistengruppen wie "Islas de Resistencia" und "Colectivo Tabaiba" teilen auf ihren Social-Media-Kanälen stolz Videos ihrer nächtlichen Aktionen. Dabei werden die Zahlenschlösser der Boxen systematisch mit Sekundenkleber verklebt – anreisende Urlauber stehen so mitten in der Nacht hilflos vor verschlossenen Türen.

Doch die Guerilla-Taktiken gehen noch weiter:

Sperrzonen im Eigenbau: Beliebte Wanderwege und Naturdenkmäler werden illegal mit Absperrband und gefälschten "Prohibido el paso"-Schildern (Durchgang verboten) blockiert, um Touristenströme umzuleiten oder abzuschrecken.

Visuelle Kampfansagen: An Häuserwänden und Strandpromenaden häufen sich unübersehbare Graffiti mit Slogans wie "Tourists go home" oder "Die Kanaren haben eine Grenze".

Unmut in der Bevölkerung

Die Wurzeln des Zorns: Wohnungsnot und die Angst vor dem sozialen Abstieg

Hinter dem Vandalismus steckt eine tiefe soziale Krise. Die Einheimischen fühlen sich von der eigenen Politik und der mächtigen Tourismuslobby im Stich gelassen. Da immer mehr regulärer Wohnraum in lukrative Ferienunterkünfte umgewandelt wird, explodieren die Mieten. Für die lokale Bevölkerung ist der Wohnungsmarkt praktisch kollabiert.

Gegenüber der "Daily Mail" schildert der 27-jährige Inselbewohner Guillermo Lopez die dramatische Lage:

"Es ist für Einheimische inzwischen fast unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Viele Immobilien sind zu Ferienwohnungen geworden, während die Preise immer weiter steigen."

Die Wohnungsnot nimmt teils skurrile und traurige Formen an: Weil normale Gehälter auf den Kanaren nicht mehr für die Mieten ausreichen, müssen immer mehr Hotel- und Gastronomiemitarbeiter dauerhaft in ihren Autos oder provisorischen Zeltlagern am Inselrand leben – ausgerechnet jene Menschen, die den Tourismusbetrieb am Laufen halten.

Zusätzlich verschärft eine akute Ressourcenknappheit den Konflikt. Während in einigen Wohngebieten der Einheimischen das Wasser tagelang abgedreht wird oder der Druck abfällt, laufen die Pool-Anlagen und Rasensprenger der großen Hotelresorts ungestört weiter. Eine Ungleichbehandlung, die das Fass für viele zum Überlaufen bringt.

Das große Dilemma: Leben mit oder ohne den Tourismus?

Die Proteste auf Lanzarote sind kein Einzelfall, sondern fügen sich in eine inselübergreifende Bewegung auf den gesamten Kanaren ein. Unter dem Motto "Canarias tiene un límite" forderten bereits Zehntausende Demonstranten eine Kehrtwende in der Tourismuspolitik, die Einführung einer Ökotaxe sowie einen sofortigen Stopp für neue Hotel- und Ferienapartment-Lizenzen.

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