Rüdigergasse

Streit um Parkplatz-Kahlschlag in Margareten

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Der geplante Parkplatz-Kahlschlag in der Rüdigergasse sorgt für Riesen-Wirbel in Margareten.
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In Margareten ist ein heftiger Streit um die Umgestaltung der Rüdigergasse entbrannt, bei dem es vor allem um den massiven Wegfall von Parkplätzen geht. Am kommenden Dienstag entscheidet sich in der Bezirksvertretungssitzung, ob das Millionen-Projekt realisiert oder gekippt wird. Die Pläne spalten den 5. Bezirk tief. Weil SPÖ und FPÖ geschlossen dagegen stimmen wollen, hängt das Vorhaben am seidenen Faden. Die ÖVP wird mit ihren zwei Sitzen zum entscheidenden Zünglein an der Waage.

Rot-blaue Allianz gegen grünen Bezirkschef

Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) will sein Wahlversprechen einlösen und die Rüdigergasse radikal verändern. Geplant ist eine verkehrsberuhigte Wohnstraße mit Bäumen und breiteren Gehsteigen. Doch der politische Widerstand ist gewaltig. Die FPÖ wettert scharf gegen das Vorhaben. "Die sinnlose Vernichtung von Parkplätzen ist kein Verkehrskonzept, sondern reine grüne Ideologie auf dem Rücken der Margaretner Bevölkerung", kritisiert der FPÖ-Bezirksparteiobmann Roland Guggenberger.

Auch die SPÖ zieht bei diesem Projekt in der aktuellen Form nicht mit, obwohl sie das Bezirksbudget im Dezember 2025 noch mitbeschlossen hat. Die Sozialdemokraten fühlen sich von den Grünen übergangen. "Wir wurden in den Gremien genauso wenig aktiv eingebunden wie viele Anrainerinnen und Anrainer", erklärt der stellvertretende Bezirksvorsteher Christoph Lipinski (SPÖ).

Angst vor Parkplatz-Kahlschlag

Der größte Aufreger für die Anrainer ist der Plan, dass drei Viertel der 80 bis 90 Parkplätze wegfallen sollen. Mehr als 70 Betroffene haben sich bereits zur Interessengemeinschaft Rüdigergasse zusammengeschlossen. In einer Aussendung wird betont, dass im Bezirk statistisch gesehen die Hälfte der Haushalte auf ein Auto angewiesen ist. Für Familien, Pendler, Kranke oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität sei der Wegfall der Stellplätze eine massive Belastung im Alltag. In Stellungnahmen der Anrainer wird von verzweifelten Suchen nach einem freien Platz berichtet. Eine Frau sei nach einem chirurgischen Eingriff mit ihrem Mann vom Krankenhaus nach Hause gekommen. Statt sich ausruhen zu können, sei das Paar 35 Minuten lang im Kreis gefahren, bevor ein Parkplatz gefunden wurde – rund einen Kilometer von der Wohnung entfernt.

Eine Mutter schilderte etwa, dass sie nach der anstrengenden Parkplatzsuche noch ewig mit Kleinkindern und schweren Einkaufssäcken nach Hause marschieren musste. Auch lokale Unternehmer schlagen Alarm. Der SPÖ liegen schriftliche Warnungen von Betrieben vor, die im Falle des Umbaus mit einer Absiedlung drohen, weil Lieferzonen und wertvolle Flächen für Schanigärten weichen müssten. "Wir befürworten grundsätzlich jede Verbesserungsmaßnahme, aber nur mit ehrlicher Einbindung aller Bürgerinnen und Bürger", stellt der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Wolfgang Mitis klar.

Grüne wettern gegen Blockadeachse

Die Grünen lassen die Kritik nicht auf sich sitzen und werfen den anderen Fraktionen eine rückschrittliche Betonpolitik vor. Das Projekt sei dringend notwendig, um die überhitzte Gasse mit Schatten und Bäumen fit für den Sommer zu machen. Die Gehsteige seien derzeit für Kinderwagen oder Rollstühle viel zu schmal. "Dass sich SPÖ und FPÖ hier zu einer Blockadeachse zusammenschließen, ist ein Rückfall in eine Politik, die den Bedürfnissen der Menschen im Grätzl nicht gerecht wird", kontert die grüne Klubobfrau Julia Fritz.

Aus Sicht der Grünen wurden die Wünsche der Bevölkerung sehr wohl gehört, da nach einer Informationsveranstaltung im Mai noch Anpassungen vorgenommen wurden. Es gehe jetzt um eine echte Richtungsentscheidung für Lebensqualität. "Öffentlicher Raum ist begrenzt, gerade deshalb müssen wir ihn fair verteilen", betont der Bauausschuss-Vorsitzende Herbert Panek (Grüne).