Verschärfte Debatte

Suizid & Gewalt: NÖ-Gefängnisse am Limit

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Aufgrund chronischer Überbelegung und Personalmangel wird die Kritik an Österreichs Justizanstalten lauter.
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Vorfälle wie der Tod eines psychisch kranken Häftlings in Hirtenberg sowie ein Suizid und ein schwerer Angriff auf Beamte in der Justizanstalt Stein verschärfen die Debatte.

Erich Huber-Günsthofer, Leiter der Justizanstalt Stein, bestätigt den österreichweiten Überbelag in "Niederösterreich heute": "Wenn die Raumressourcen immer weniger werden, die Menschen immer mehr werden, das Personal sehr knapp ist, dann sind das natürlich die größten Herausforderungen."

Auf allen Ebenen zu wenig Ressourcen

Er kritisiert zudem politische Versäumnisse: "Der Strafvollzug hat keine Lobby, die Bediensteten nicht, die Insassen schon gar nicht." Für einen guten Vollzug, der Rückfälle vermeidet, fordert er dringend mehr Budget und Personal für Justizwache und Fachdienste. Trotz zusätzlicher Ausbildungskurse sei es schwer, alle Planstellen zu besetzen. Auch bemängelt er die unzureichende Versorgung der stetig wachsenden Zahl psychisch kranker Insassen, denn eine Justizanstalt sei "ein Spiegelbild der Gesellschaft".

Huber-Günsthofer fordert, die Psychiatrieversorgung finanziell lukrativer zu machen, da der öffentliche Dienst kaum mit den Gehältern von Wahlärzten mithalten könne. Als Reaktion auf die Kritik kündigte das Justizministerium ein Maßnahmenpaket an, das im Herbst abgestimmt wird und unter anderem Alternativen zu kurzen Haftstrafen umfassen soll.