Neue Details
Tödlicher ICE-Einsatz: Opfer war offenbar nicht das Ziel
Der Vorfall ereignete sich in Houston im US-Bundesstaat Texas. Lorenzo Salgado Araujo wurde bei einem Einsatz von ICE-Beamten in Zivil erschossen. Nun erklärte die demokratische Kongressabgeordnete Sylvia Garcia, sie habe vom amtierenden ICE-Direktor David Venturella erfahren, dass der Mann gar nicht Ziel des Einsatzes gewesen sei.
Auch interessant
Behörde spricht von Notwehr
Nach Darstellung des US-Heimatschutzministeriums widersetzte sich Salgado Araujo den Anweisungen der Beamten. Demnach soll er zunächst mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug gerammt und anschließend versucht haben, einen Beamten anzufahren. Daraufhin habe ein ICE-Beamter geschossen. Die Behörde spricht von Notwehr.
Zweifel an offizieller Version
Garcia fordert nun Antworten auf den Vorfall. Besonders kritisch sieht sie, dass die Beamten in Zivil unterwegs gewesen seien und keine Bodycams getragen hätten. Für die Familie des Getöteten gebe es deshalb viele offene Fragen.
Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben der Behörden derzeit nicht. In früheren Fällen hatten später veröffentlichte Videoaufnahmen allerdings Zweifel an offiziellen Schilderungen von ICE-Einsätzen aufkommen lassen.
Verwechslung?
Das Heimatschutzministerium hatte bereits zuvor erklärt, die Beamten seien eigentlich auf dem Weg zu einem anderen Verdächtigen gewesen. Salgado Araujo sei angehalten worden, weil er dem eigentlichen Ziel des Einsatzes geähnelt habe. Ob es tatsächlich zu einer Verwechslung kam, ist bislang jedoch nicht abschließend geklärt. Der Fall dürfte die Debatte über das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde erneut anheizen.