Nach Spielerabgängen

Traditionsverein soll verkauft werden

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Völlig überraschend steht ein neunmaliger nationaler Meister und einmaliger Europacup-Sieger zum Verkauf.
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Ein großer Verkauf kündigt sich in der Premier League an. Der neunfache Meister und Europapokal-Sieger 1985, der FC Everton, soll um  nach nur 22 Monaten den Besitzer wechseln.

Wie das renommierte Sportportal "The Athletic" exklusiv berichtet, sondiert die Vereinsführung von Everton derzeit aktiv den Markt für eine vollständige Veräußerung. Nachdem bereits im vergangenen Monat bekannt geworden war, dass Friedkin Group (TFG) frisches externes Kapital anlocken möchte, geht die strategische Neuausrichtung nun offenbar noch einen gravierenden Schritt weiter.

Ursprünglich strebte die US-Gruppe lediglich den Einstieg eines Minderheitsinvestors an, um zusätzliche finanzielle Mittel in die Toffees zu pumpen und die sportliche Entwicklung weiter voranzutreiben. Während diese Minderheitsoption weiterhin auf der Agenda bleibt, gilt nun auch eine Versteigerung beziehungsweise Abgabe der Mehrheitsanteile als denkbares Szenario.

Eigentümer sind glücklich

Aus Kreisen der Verantwortlichen heißt es jedoch, dass die Friedkin Group keineswegs unter Verkaufsdruck stehe. Die US-Eigentümer seien "vollkommen glücklich", den Klub weiter zu halten, bis ein passendes Angebot vorgelegt wird. Die Schlüssel zum Verein aus Merseyside werden demnach nur übergeben, wenn die Führungsetage "überzeugt" ist, dass die potenziellen Neubesitzer Everton auf das nächste sportliche Level heben können.

Everton-Boss Marc Watts will den Verein verkaufen. © PA Images via Getty Images

Die Friedkin Group, zu deren globalem Sport-Portfolio unter anderem auch der italienische Spitzenklub AS Roma sowie der französische Verein AS Cannes gehören, hatte Everton nach einer monatelangen Hängepartie stabilisiert.

Transfer-Plus und Proteste im Sommer

Trotz dieser Konsolidierung herrscht auf den Rängen Unruhe. Viele Fans zeigten sich im jüngsten Sommertransferfenster frustriert über die strikte Ausgabenpolitik der Klubführung, bei der namhafte Leistungsträger abgegeben wurden, um wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben.

Das neue Stadion ist ein echtes Schmuckstück. © Everton FC via Getty Images

Sportlich verlief die vergangene Spielzeit ernüchternd: Everton beendete die Saison in der Premier League auf dem enttäuschenden 13. Tabellenplatz. Auf dem Transfermarkt agierte das Management hingegen hochprofitabel und erwirtschaftete einen satten Gewinn von 25 Millionen Pfund. Insgesamt wurden im Sommer Spieler im Gesamtwert von über 120 Millionen Euro veräußert.