Exporte

Trump verschärft Kurs gegen China

Donald Trump © FIFA via Getty Images
Die US-Regierung will ein Schlupfloch bei den Export-Beschränkungen für hoch entwickelte Chips nach China schließen.

Die Auflagen gelten nicht nur für direkte Ausfuhren nach China, sondern auch für Firmen im Ausland, die ihr Hauptquartier oder ihre Muttergesellschaft in China hätten, teilte die zuständige US-Behörde für Industriesicherheit mit.

Die neuen Vorgaben des Handelsministeriums schreiben vor, dass für den Export von KI-Chips an Unternehmen mit Hauptsitz in China eine Lizenz erforderlich ist, selbst wenn sich die jeweilige Tochtergesellschaft im Ausland befindet. Allerdings müssen Rechenzentren den Betrieb oder die Wartung bereits gelieferter Chips und Server nicht einstellen.

Das Schlupfloch hatte es Unternehmen bisher offenbar ermöglicht, die weltweit fortschrittlichsten Prozessoren - wie die Rubin- und Blackwell-Chips von Nvidia sowie MI350x-Chips von AMD - an chinesische Firmen mit Sitz außerhalb der Volksrepublik zu liefern.

Trump offenbar weiter auf hartem Kurs gegenüber Peking

Im Rennen um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz sind die Chips der US-Firma Nvidia unersetzlich. US-Präsident Donald Trump belegte China deshalb mit Handelsbeschränkungen für Nvidias beste Produkte. Die neue Maßnahme deutet nun auf einen weiterhin harten Kurs gegenüber Peking hin, obwohl Trump sich zuletzt um ein harmonisches Verhältnis mit Chinas Staatschef Xi Jinping bemühte.

Nvidia hatte zuletzt versucht, wieder im chinesischen Markt Fuß zu fassen. Der Konzern machte dort einst Milliardengeschäfte, bis die Streitigkeiten zwischen Washington und Peking das Geschäft quasi zum Erliegen brachten. Für Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt, geht es bei den Beziehungen zu China um viel Geld: Firmenchef Jensen Huang bezifferte das Marktvolumen in China auf insgesamt 50 Milliarden Dollar.

Hunderttausende KI-Chips könnten exportiert worden sein

Das Schlupfloch, das nun geschlossen worden war, war im Mai 2025 entstanden, als Trumps Regierung die Durchsetzung einer noch unter seinem Vorgänger Joe Biden erlassenen Regelung zum weltweiten Zugang zu KI-Chips aussetzte. Einem Brancheninsider zufolge könnten Hunderttausende der Hochleistungschips an Niederlassungen chinesischer KI-Firmen in Ländern wie Malaysia gelangt sein. Der Technologieexperte und ehemalige Mitarbeiter des US-Außenministeriums, Chris McGuire, sprach in den sozialen Medien von einem massiven Problem. "Chinesische Unternehmen haben diese Chips gekauft, sehr wahrscheinlich in großem Maßstab", erklärte er.