134 Falter-arten
Verblüffende Insektenwelt in Schönbrunn
Im Tiergarten Schönbrunn sind weit mehr Schmetterlinge unterwegs, als Besucher tagsüber zu Gesicht bekommen. Eine mehr als zweijährige Untersuchung zeigt nun, wie groß die Vielfalt tatsächlich ist. Von April 2024 bis Mai 2026 wurden auf dem Gelände insgesamt 134 verschiedene Arten nachgewiesen.
Nur 12 davon zählen zu den Tagfaltern. Den deutlich größeren Anteil machen 122 Nachtfalterarten aus. Das entspricht auch dem Bild in ganz Österreich. Von rund 4.000 bekannten Schmetterlingsarten sind etwa 3.800 Nachtfalter.
Nachtpfauenauge vermehrt sich im Tiergarten
Unter den nachgewiesenen Arten finden sich etwa der Lindenschwärmer und das Blausieb. Eine besondere Entdeckung gelang mit dem Wiener Nachtpfauenauge, dem größten Schmetterling Europas. Im Tiergarten wurden sowohl ein Kokon als auch ein ausgewachsenes Tier gefunden. Man geht deshalb davon aus, dass sich die Art auf dem Gelände erfolgreich fortpflanzt. Die hohe Zahl an Arten kommt laut Zoo nicht von ungefähr. "Wir schaffen gezielt Lebensbereiche für heimische Wildtiere, insbesondere Insekten, und begleiten diese Maßnahmen seit Jahren durch Monitorings", erläutert Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
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Licht-Kübelfallen im Einsatz
Für die Untersuchung setzte Schmetterlingsexperte Alexander Dostal auf mehrere Methoden. Nachtfalter wurden unter anderem mit Lichtstellen und Licht-Kübelfallen angelockt. Auch tote Baumstämme nahm der Experte genauer unter die Lupe. Gefundene Tiere wurden nach Möglichkeit fotografiert und anschließend dokumentiert.
Schmetterlinge erfüllen im Ökosystem gleich mehrere wichtige Aufgaben. Sie bestäuben Pflanzen und dienen Vögeln, Fledermäusen sowie zahlreichen weiteren Tieren als Nahrung. Weil sie empfindlich auf Veränderungen ihrer Umgebung reagieren, geben sie zudem Hinweise auf den Zustand eines Lebensraums.
"Die Vielfalt der Schmetterlinge im Tiergarten ist ein sehr erfreuliches Zeichen. Sie zeigt, dass mit naturnahen Bereichen und gezielt angelegten Schmetterlingsinseln selbst mitten in der Stadt wertvolle Lebensräume für heimische Arten entstehen können", sagt Dostal.