Wien. Die bekannte Vorgeschichte samt Urteil: Im Sommer 2024 sollte US-Superstar Taylor Swift im Rahmen zweimal in Wien auftreten, was ein 21-jähriger IS-Fan aus Niederösterreich mit Attentaten bei oder am Rande der Auftritte spektakulär torpedieren wollte. Der Anschlag konnte zum Glück vereitelt werden und Beran A. wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der mitangeklagte Arda K. wurde im selben Prozess zu 12 Jahren Haft verurteilt.
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Knapp ein halbes Jahr später kommt die Causa nun noch einmal vor Gericht - mit einem unerwarteten Twist. Der verurteilte Terrorist Beran A. hat den US-Konzern Walt Disney nämlich auf Entschädigung geklagt, weil in einer sechsteiligen Disney+-Doku über Taylor Swift („The End of an Era“) das Haus der Familie von Beran E. in Niederösterreich mitsamt Straßenschild gezeigt wurde.
Die Wiener Kanzlei Suppan und Partner vertritt den Standpunkt, dass hierbei Persönlichkeitsrechte verletzt wurden und beruft sich auf § 7a des österreichischen Mediengesetzes („Schutz vor Bekanntgabe der Identität in besonderen Fällen“). Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, hängt unter anderem von der enormen Reichweite der weltweit ausgestrahlten Disney-Produktion ab.
Der durchaus als absurd zu wertende Prozess findet heute Vormittag am Wiener Straflandesgericht statt. Ein großer Saal ist nicht notwendig, denn weder Beran B. selbst noch Vertreter der Beschuldigten aus den USA werden zur Verhandlung kommen. Beide Seiten werden von Wiener Anwälten vertreten