Vorsicht!
Von diesen Sightseeing-Hotspots dürfen Sie im Urlaub KEINE Fotos machen
Fotografieren gehört zum Urlaub einfach dazu. Ob Sonnenuntergang am Meer, Selfie vor berühmten Sehenswürdigkeiten oder ein kurzer Schnappschuss vom Flughafen: Das Handy ist auf Reisen fast immer griffbereit. Doch Vorsicht: Nicht überall, wo ein Motiv schön aussieht, darf auch einfach fotografiert oder gefilmt werden.
In manchen Ländern drohen bei verbotenen Aufnahmen hohe Geldstrafen, im schlimmsten Fall sogar die Beschlagnahmung von Kamera oder Smartphone, Verhaftung oder strafrechtliche Konsequenzen. Besonders heikel sind militärische Anlagen, Flughäfen, Häfen, Behördengebäude, religiöse Stätten und strategisch wichtige Infrastruktur. Aber auch beliebte Sehenswürdigkeiten haben oft ihre eigenen Regeln.
Polen: Tausende Objekte stehen unter besonderem Schutz
Besonders aufmerksam sollten Urlauber in Polen sein. Dort gilt seit April 2025 ein umfangreiches Fotografier- und Filmverbot für bestimmte militärische und strategisch wichtige Objekte. Betroffen sein können unter anderem Militäranlagen, Brücken, Tunnel, Viadukte, Bahnanlagen, Seehäfen, Kommunikationsinfrastruktur sowie Einrichtungen der Nationalbank.
Die betroffenen Objekte sind grundsätzlich mit entsprechenden Verbotsschildern gekennzeichnet. In der Praxis können diese Hinweise aber nicht immer sofort erkennbar sein. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen: Kameras oder Smartphones können beschlagnahmt werden, außerdem drohen Geldstrafen von bis zu rund 4.700 Euro oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu 30 Tagen.
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Griechenland: Flughäfen, Häfen und Militäranlagen sind tabu
Auch in Griechenland ist beim Fotografieren Vorsicht geboten. Militärische Anlagen sowie wichtige zivile Infrastruktur wie Flughäfen und Häfen dürfen nicht fotografiert werden. Das Verbot wird mit Spionagegefahr begründet und kann auch gegenüber EU-Bürgern strafrechtlich verfolgt werden.
Zypern: Militärische Anlagen besser gar nicht erst fotografieren
Ähnliche Regeln gelten auf Zypern. Das Fotografieren militärischer Anlagen ist strafbar. Besonders im Nordteil der Insel kann ein Verstoß sogar eine Festnahme zur Folge haben. Auch in der Nähe der Pufferzone und militärischer Einrichtungen sollten Reisende daher besonders vorsichtig sein.
Wichtig: Fotografierverbote sind nicht immer deutlich ausgeschildert. Wer unsicher ist, sollte lieber auf ein Foto verzichten.
Frankreich: Vorsicht beim Eiffelturm
Der Eiffelturm zählt zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Welt. Tagsüber ist das Fotografieren unproblematisch. Auch nachts dürfen Privatpersonen den beleuchteten Eiffelturm fotografieren und die Bilder grundsätzlich privat nutzen oder teilen.
Anders sieht es bei professioneller oder gewerblicher Nutzung aus. Die Beleuchtung und das Funkeln des Eiffelturms sind urheberrechtlich geschützt. Wer Nachtaufnahmen etwa für Werbung, Medienproduktionen oder kommerzielle Zwecke verwenden will, benötigt dafür eine Genehmigung der Betreibergesellschaft.
Italien: In Portofino sind Selfie-Staus verboten
In Portofino an der italienischen Riviera geht es weniger um das Foto selbst als um das Verhalten rundherum. In bestimmten stark frequentierten Bereichen wurden sogenannte rote Zonen eingerichtet. Dort ist langes Stehenbleiben, Warten und Blockieren für das perfekte Selfie verboten.
Der Grund: In der Hauptsaison sollen Menschenansammlungen vermieden und die besonders beliebten Aussichtspunkte entlastet werden. Wer in den betroffenen Bereichen stehen bleibt und dadurch den Verkehr oder andere Besucher behindert, riskiert eine Strafe von bis zu 275 Euro.
Vatikan: Kein Foto in der Sixtinischen Kapelle
In der Sixtinischen Kapelle im Vatikan gilt ein striktes Fotografier- und Filmverbot. Das berühmte Deckenfresko von Michelangelo darf also nicht einfach mit dem Smartphone festgehalten werden. Besucher werden vor Ort regelmäßig darauf hingewiesen, Kameras und Handys wegzustecken.
Auch in vielen anderen religiösen Stätten gelten Einschränkungen. In Kirchen, Klöstern, Moscheen, Tempeln oder Grabstätten ist Fotografieren in Innenräumen häufig verboten oder nur ohne Blitz erlaubt.
Niederlande: Im Amsterdamer Rotlichtviertel sind die Frauen tabu
Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wird in Amsterdam streng überwacht: Im berühmten Rotlichtviertel dürfen die Frauen, die in den Fenstern der Bordelle sitzen, nicht fotografiert oder gefilmt werden. Wer dagegen verstößt, riskiert Ärger mit Sicherheitskräften oder Behörden.
Fotos von Straßenzügen, Lokalen oder Sehenswürdigkeiten wie der Oude Kerk sind grundsätzlich etwas anderes. Sobald jedoch Personen, insbesondere Sexarbeiterinnen, im Mittelpunkt stehen, gilt: Kamera weg.
Tschechien: Vorsicht rund um geschützte Objekte
Auch in Tschechien gibt es Einschränkungen. In der Nähe der Prager Burg befindet sich etwa das tschechische Verteidigungsministerium, das zu den geschützten Objekten zählt. Reisende sollten daher auch hier auf Verbotsschilder achten und sensible Gebäude nicht fotografieren.
Indien: Taj Mahal innen nicht fotografieren
Das Taj Mahal in Indien darf von außen fotografiert werden. Die weltberühmte Ansicht des Mausoleums gehört zu den beliebtesten Fotomotiven des Landes. Im Inneren des Mausoleums ist Fotografieren jedoch verboten. Wer das Taj Mahal besucht, sollte daher auf die Hinweise vor Ort achten und in den Innenräumen das Handy in der Tasche lassen.
Vereinigte Arabische Emirate und Dubai: Hier wird streng kontrolliert
In den Vereinigten Arabischen Emiraten, insbesondere in Dubai, gelten besonders strenge Regeln. Verboten ist das Fotografieren von militärischen Anlagen und strategisch wichtigen Einrichtungen. Dazu zählen unter anderem staatliche Gebäude, Botschaften, Flughäfen, Häfen, Industrieanlagen, Erdöl- und Erdgasanlagen, Brücken sowie Gebäude der Herrscherfamilien.
Auch Polizeistationen, Sicherheitskräfte und Uniformierte sollten nicht fotografiert werden. Die Behörden gehen gegen Verstöße konsequent vor. Im Ernstfall können Kameras oder Smartphones beschlagnahmt werden. Auch Geldstrafen, Verhaftungen oder Ausweisungen sind nicht auszuschließen.
Generell gilt in vielen muslimischen und arabischen Ländern: Vorsicht bei staatlichen Gebäuden, Botschaften, Bahnhöfen, Flughäfen, Polizeistationen und religiösen Stätten. Auch Menschen sollten nur mit ausdrücklicher Zustimmung fotografiert werden.
Flughäfen: Sicherheitsbereiche sind fast überall tabu
Ein Bereich ist in nahezu allen Ländern problematisch: Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Im Bereich der Gepäck- und Personenkontrollen sind Fotos und Videos in der Regel nicht erlaubt. Wer hier trotzdem filmt oder fotografiert, muss damit rechnen, dass das Sicherheitspersonal einschreitet. Im schlimmsten Fall kann die Reise schon vor dem Abflug unangenehm enden.
Österreich: Auch hier ist nicht alles erlaubt
Auch in Österreich darf nicht überall uneingeschränkt fotografiert werden. In der Kaiservilla in Bad Ischl ist Fotografieren im Inneren nicht erlaubt. Im Schloss Schönbrunn hingegen wurde das frühere strenge Fotografierverbot in den Prunkräumen gelockert: Fotos und Videos sind inzwischen grundsätzlich erlaubt, dürfen aber ausschließlich privat und nicht gewerblich verwendet werden.
Weiterhin verboten sind in Schönbrunn der Einsatz von Blitzlicht, Stativen und Selfiesticks. Auch in Kirchen, Klöstern, Museen oder bei Ausstellungen können eigene Regeln gelten. Wer sicher gehen will, achtet auf Hinweisschilder oder fragt vor Ort nach.
Fazit: Nicht jedes Urlaubsfoto ist harmlos
So schön ein Motiv auch sein mag: Manche Fotos können im Urlaub schnell teuer oder sogar strafrechtlich problematisch werden. Besonders bei Militäranlagen, Flughäfen, Häfen, Behördengebäuden, religiösen Stätten und Menschen ohne Zustimmung ist Zurückhaltung gefragt. Wer sich vor der Reise informiert und vor Ort auf Schilder achtet, erspart sich Ärger – und bringt trotzdem genug schöne Erinnerungen mit nach Hause.