Überraschend
Warum uns die Sommerhitze auf den Magen schlägt
Wenn der Sommer so richtig aufdreht, gerät unser Körper in den Ausnahmezustand. Dass wir schwitzen und müde werden, ist bekannt. Doch dass unser Verdauungssystem extrem unter den Rekordtemperaturen leidet, wissen die Wenigsten. Hier sind die vier Hauptgründe, warum Ihr Bauch bei Hitze verrücktspielt:
Der Verdauung fehlt das Blut
Wenn es draußen brütend heiß ist, muss Ihr Körper alles tun, um nicht zu überhitzen. Dafür weiten sich die Blutgefäße und das Blut wird verstärkt in die Haut gepumpt, um die Schweißproduktion anzukurbeln. Das Problem dabei? Dieses Blut fehlt nun an anderer Stelle, nämlich im Verdauungstrakt. Magen und Darm werden dadurch quasi auf "Sparflamme" gesetzt und arbeiten langsamer. Die Nahrung bleibt länger im Bauch liegen, beginnt zu gären und schon entsteht das unangenehme Völlegefühl, ein Blähbauch oder sogar Verstopfung.
Hitze ist purer Stress für die Darmflora
Für den Organismus sind extreme Hitzewellen ein enormer physischer Stressfaktor. Forschende und Gastroenterologen haben herausgefunden, dass dieser Stress sogar unsere sensible Darmflora verändern kann. Das Mikrobiom gerät aus dem Gleichgewicht. Das führt dazu, dass Menschen mit einem ohnehin empfindlichen Magen oder Patienten mit chronischen Darmerkrankungen im Sommer viel häufiger unter akuten Schüben, Krämpfen und Durchfall leiden.
Der Kälte-Schock
Sie schwitzen, Ihnen ist heiß, was gibt es da Besseres als ein riesiges Glas Eiswasser oder eine eiskalte Limonade? Doch das ist keine gute Idee. Für unseren Magen ist Eisgekühltes bei Hitze ein regelrechter Schock. Der Körper muss nun massiv Energie aufwenden, um die eisige Flüssigkeit im Magen erst einmal auf Körpertemperatur aufzuheizen, bevor sie überhaupt verarbeitet werden kann. Diese Belastung stresst den Magen-Darm-Trakt enorm und quittiert uns den gut gemeinten Durstlöscher nicht selten mit Magenkrämpfen, Übelkeit und Durchfall.
Salmonellen-Gefahr
Zugegeben, etwas unappetitlich, aber ein massiver Faktor im Sommer: Bei hohen Temperaturen (besonders in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit) haben Keime und Bakterien wie Salmonellen absolute Hochsaison. Sie vermehren sich rasend schnell. Der Kartoffelsalat mit Mayonnaise, der schon seit zwei Stunden ungekühlt auf dem Gartentisch steht, oder das nicht ganz durchgegarte Huhn vom Grill, werden so schnell zur fiesen Bakterienfalle. Die Folge: Eine Lebensmittelinfektion oder Magen-Darm-Grippe, die den Sommerurlaub vorerst ins Bett (oder auf die Toilette) verlegt.
SOS-Tipps: So retten Sie Ihren Sommer-Bauch
Damit Sie die Sonnentage ohne Magengrummeln genießen können, sollten Sie folgende Hacks in Ihren Sommer-Alltag integrieren:
Lauwarm statt eiskalt trinken: Greifen Sie lieber zu zimmerwarmem Wasser, verdünnten Säften oder lauwarmem Tee (z.B. Pfefferminz oder Kamille). Das löscht den Durst nachhaltig, bringt Sie weniger ins Schwitzen und schont den Magen.
Leichte Kost wählen: Verbannen Sie schwere, fettige Mahlzeiten vom Speiseplan. Tauschen Sie das XL-Steak lieber gegen wasserreiches Gemüse, Salate, Melone oder leichte Suppen. Essen Sie öfter kleine Portionen, damit der Darm nicht so hart arbeiten muss.
Kühlkette strengstens einhalten: Lassen Sie tierische Produkte, Saucen und Desserts niemals im Warmen stehen. Ab in den Kühlschrank damit, sobald nicht mehr gegessen wird.
Elektrolyte auffüllen: Wenn Sie viel schwitzen, verlieren Sie nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralien. Eine leichte Brühe oder spezielle Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke bringen Ihren Haushalt wieder ins Gleichgewicht.