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Aggressiver wegen der Hitze? Das sagt die Wissenschaft

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Warum geht uns bei 35 Grad plötzlich alles auf die Nerven? Tatsächlich ist das kein Mythos.
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Kommt Ihnen im Sommer auch alles ein bisschen schneller auf die Nerven? Der Stau ist unerträglich, die Geduld an der Supermarktkassa schwindet und selbst Kleinigkeiten bringen einen plötzlich auf die Palme. Das ist keine Einbildung. Tatsächlich zeigen wissenschaftliche Untersuchungen: Hitze kann die Gereiztheit steigern und aggressives Verhalten begünstigen.

Der Körper läuft auf Hochtouren

An heißen Tagen arbeitet unser Körper im Ausnahmezustand. Damit wir nicht überhitzen, weiten sich die Blutgefäße, wir beginnen zu schwitzen und das Herz muss deutlich mehr leisten, um den Kreislauf stabil zu halten. Gleichzeitig schüttet das Gehirn vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Sie versetzen den Körper in Alarmbereitschaft und helfen dabei, mit der Belastung umzugehen. Auch das Hormon Vasopressin wird verstärkt ausgeschüttet. Es sorgt dafür, dass die Nieren Wasser zurückhalten und der Körper nicht so schnell austrocknet.

Warum wir schneller die Nerven verlieren

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Diese körperliche Dauerbelastung wirkt sich auch auf die Psyche aus. Wer stark schwitzt, verliert nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Elektrolyte. Gleichzeitig steigt bei Hitze das Risiko für eine leichte Dehydrierung. Dadurch kann das Gehirn weniger effizient arbeiten. Konzentration und Impulskontrolle nehmen ab, während Gereiztheit und Anspannung zunehmen. Kurz gesagt: Der Körper ist mit Abkühlen beschäftigt und hat weniger Energie für Gelassenheit.

Schlechter Schlaf macht alles noch schlimmer

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Viele schlafen während Hitzewellen deutlich schlechter. Ist die Nacht zu warm, fällt das Ein- und Durchschlafen schwer. Am nächsten Tag fehlen Energie und Geduld. Schlafmangel gilt als einer der wichtigsten Gründe dafür, dass Menschen schneller gereizt reagieren und impulsiver handeln.

Studien zeigen einen klaren Zusammenhang

Dass Hitze aggressiver machen kann, wurde bereits mehrfach wissenschaftlich untersucht. Eine Langzeitstudie aus den USA zeigte schon in den 1990er-Jahren, dass gewalttätige Übergriffe in besonders warmen Jahren und Jahreszeiten häufiger auftreten. Auch neuere Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen. So wurden in einer Studie aus dem Jahr 2021 aggressive Vorfälle in mehreren psychiatrischen Kliniken in Süddeutschland ausgewertet. Das Ergebnis: Ab Temperaturen von 30 Grad stieg die Zahl aggressiver Vorfälle um rund 15 Prozent. Kletterte das Thermometer über 33 Grad, lag die Zunahme sogar bei rund 33 Prozent.

Was jetzt hilft

Ganz verhindern lässt sich der Hitzestress zwar nicht. Sie können Ihren Körper aber entlasten:

  • ausreichend trinken,
  • verlorene Elektrolyte ausgleichen,
  • direkte Sonne meiden,
  • körperliche Anstrengung in die Morgen- oder Abendstunden verlegen,
  • und möglichst für einen erholsamen Schlaf sorgen.

Wenn Sie sich während einer Hitzewelle schneller genervt fühlen als sonst, hat das also durchaus einen biologischen Hintergrund.

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