Seit 2020 in Haft

Weitere 10 Jahre: Hongkongs Demokratie-Star bleibt im Gefängnis

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Eigentlich hätte er Anfang 2027 freikommen sollen. Doch jetzt muss der bekannte Demokratie-Aktivist Joshua Wong weitere zehn Jahre hinter Gitter. Der 29-Jährige wird damit voraussichtlich erst 2036 wieder auf freiem Fuß sein.
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Für Joshua Wong gibt es keine Aussicht auf baldige Freiheit: Der bekannte Demokratie-Aktivist aus Hongkong ist am Donnerstag zu weiteren zehn Jahren Haft verurteilt worden. Es ist bereits seine zweite Verurteilung nach dem umstrittenen Sicherheitsgesetz, das Peking in der Sonderverwaltungsregion durchgesetzt hat. Statt im Jänner 2027 könnte Wong nun erst im Jahr 2036 freikommen.

Vorwurf: Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften

Die Behörden hatten Wong 2025 erneut angeklagt. Er soll gemeinsam mit dem im Exil lebenden Aktivisten Nathan Law ausländische Regierungen dazu bewegt haben, Sanktionen gegen China und Hongkong zu verhängen. Im September bekannte sich Wong schuldig.

Richter William Tam stufte die Vorwürfe als schwerwiegend ein und bezeichnete Wong als einen der Drahtzieher. Ursprünglich hatte der Richter sogar eine Haftstrafe von 13 Jahren erwogen. Wegen des Schuldeingeständnisses wurde die Strafe schließlich auf zehn Jahre reduziert.

Seit 2020 hinter Gittern

Wong sitzt bereits seit 2020 im Gefängnis. © Getty Images

Wong sitzt bereits seit 2020 im Gefängnis. Zuletzt verbüßte er eine Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten wegen Verschwörung zur Untergrabung der Staatsgewalt. Hintergrund war eine inoffizielle Vorwahl der Demokratiebewegung.

Die neue Strafe überschneidet sich teilweise mit seiner bisherigen Haft. Die letzten zwei Monate seiner bisherigen Strafe werden angerechnet. Insgesamt dürfte der Aktivist damit bis 2036 in Haft bleiben. Dann wäre er 40 Jahre alt.

Vom Teenager zum Gesicht der Protestbewegung

Bereits als Jugendlicher wurde Wong zu einem der bekanntesten Gesichter der Demokratiebewegung in Hongkong. © Getty Images

Bereits als Jugendlicher wurde Wong zu einem der bekanntesten Gesichter der Demokratiebewegung in Hongkong. Spätestens während der Massenproteste 2019 rückte er international in den Fokus. Damals gingen Hunderttausende gegen den wachsenden Einfluss Pekings auf die ehemalige britische Kronkolonie auf die Straße.

Seitdem hat China die Kontrolle über Hongkong weiter verschärft. Kritiker sehen das Sicherheitsgesetz als Mittel, um politische Gegner mundtot zu machen. Peking und die Behörden Hongkongs verteidigen es hingegen als notwendig für Stabilität und Sicherheit.

Aus dem Gefängnis betonte Wong, sein Aktivismus sei "nie von Hass getrieben" gewesen.