Große Sorge
Weltberühmten Bergsee geht das Wasser aus
Mitten im Sommer präsentiert sich einer der bekanntesten Bergseen der Dolomiten in einem erschreckenden Zustand. Der Lago di Misurina auf rund 1.750 Metern Höhe gilt als Tor zu den weltberühmten Drei Zinnen und ist auch für viele Reisende aus Österreich ein beliebtes Ausflugsziel. Nun bereitet der See jedoch große Sorgen, da er einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand erreicht hat. "So habe ich den See noch nie erlebt", warnt Tatiana Pais Becher, ehemalige Bürgermeisterin und jetzige Oppositionsrätin der Gemeinde Auronzo di Cadore, im Gespräch mit dem italienischen Nachrichtenportal Il Dolomiti. "Es fehlen rund zwei Meter Wasser und der See ist voller Algen", berichtet die Politikerin weiter. Die extremen Temperaturen sorgen derzeit für Hitze-Alarm in Italien, doch das Wetter ist laut Pais Becher nicht der einzige Grund für das Desaster.
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Kritik an der Politik
Zwar habe der wenige Regen der letzten Wochen die Lage weiter verschlimmert, doch Pais Becher beklagt vor allem ein "völliges Desinteresse der Gemeindeverwaltung". Der See sei schließlich die "Visitenkarte von Misurina" und weltweit bekannt. Ihn mitten im Sommer in einem solchen Zustand zu sehen, sei "nicht akzeptabel". Das Problem liegt laut der ehemaligen Bürgermeisterin im Bereich der Seilbahn Col de Verda, wo bereits vor Jahren ein Leck in einer Ufermauer entdeckt wurde. Erste Reparaturen im Jahr 2022 blieben wirkungslos. Eine vollständige Sanierung würde schätzungsweise ein bis zwei Millionen Euro kosten. Diese Arbeiten seien von der Politik mehrfach als "prioritär" angekündigt, aber niemals umgesetzt worden.
Tourismus schwer getroffen
Der See ist als einer der größten natürlichen Seen der Dolomiten ein zentraler Knotenpunkt für den Tourismus der gesamten Region. "Das gesamte touristische System rund um die Drei Zinnen verläuft hier entlang und viele Betriebe beschweren sich", erklärt Pais Becher. Viele Touristen fragen nach Erklärungen und selbst der Bootsverleih ist wegen des niedrigen Pegels gesperrt. Das fortschreitende Algenwachstum macht die Lage am Lago di Misurina für Pais Becher "immer unerträglicher".