Fibermaxxing
Wenn Sie diesen Social-Media-Trend machen, drohen Darmprobleme
Kaum etabliert sich ein neuer Gesundheitstrend, bekommt er auch schon einen eigenen Namen. Nach Sleepmaxxing, Looksmaxxing oder Longevitymaxxing ist nun Fibermaxxing in aller Munde. Das Prinzip: möglichst viele Ballaststoffe essen, um die Verdauung anzukurbeln, den Blutzucker stabil zu halten und länger satt zu bleiben. Doch Ernährungsexpert:innen warnen: Wer seinen Ballaststoffkonsum von heute auf morgen drastisch erhöht, tut seinem Darm oft keinen Gefallen.
Was steckt hinter dem Trend?
Beim Fibermaxxing geht es darum, den täglichen Ballaststoffkonsum bewusst zu optimieren. Auf Social Media zeigen Influencer riesige Salate, Chia-Puddings, Bohnen-Bowls oder Haferflocken-Frühstücke und geben Tipps, wie sich möglichst viele ballaststoffreiche Lebensmittel in den Speiseplan integrieren lassen. Der Begriff folgt dem aktuellen "Maxxing"-Trend, bei dem Menschen versuchen, einen bestimmten Bereich ihres Lebens gezielt zu optimieren. Während es beim Sleepmaxxing um besseren Schlaf oder beim Looksmaxxing um das eigene Aussehen geht, steht beim Fibermaxxing die Darmgesundheit im Mittelpunkt.
Warum alle plötzlich mehr Ballaststoffe essen wollen
Der Hype kommt nicht von ungefähr. Ballaststoffe gelten als wahre Alleskönner. Sie fördern eine gesunde Darmflora, regen die Verdauung an, können den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen und sorgen für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl. Außerdem helfen sie dabei, starke Blutzuckerschwankungen nach dem Essen zu vermeiden. Erwachsene sollten täglich etwa 30 Gramm Ballaststoffe aufnehmen, viele erreichen diese Menge jedoch nicht.
Das Problem: Von 0 auf 100
Genau hier liegt die größte Gefahr des Trends. Wer bisher ballaststoffarm gegessen hat und plötzlich große Mengen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Chiasamen oder Leinsamen konsumiert, kann seinen Verdauungstrakt überfordern.
Die Folge können sein:
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- Völlegefühl
- Verstopfung
- oder auch Durchfall
Der Grund: Ballaststoffe werden von Darmbakterien fermentiert. Hat sich der Darm noch nicht an die größere Menge gewöhnt, entstehen vermehrt Gase und damit oft unangenehme Beschwerden. Wer mehr Ballaststoffe essen möchte, sollte dies Schritt für Schritt tun. So hat der Darm genügend Zeit, sich an die veränderte Ernährung anzupassen. Ebenso wichtig ist es, ausreichend zu trinken. Ballaststoffe binden Wasser, fehlt Flüssigkeit, können sie die Verdauung sogar verlangsamen und Verstopfung begünstigen.