Nach 31 Jahren

Wien-Comeback für "Die Schöne und das Biest"

Ab 25. September feiert der Musicalhit im Raimund Theater Premiere. Die Chemie zwischen dem Titelduo Marlene Jubelius und Dominik Hees stimmt.

Die erste Premiere ist schon einmal geglückt: Marlene Jubelius - sie verkörpert Belle - und Dominik Hees - er spielt das Biest - sind bei der Präsentation von "Die Schöne und das Biest" auf der Bühne des Raimund Theaters als Moderationsduo für den erkrankten Musical-Intendanten Christian Struppeck der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) eingesprungen. Ab 25. September kehrt Disneys Hit in einer Neuinszenierung von US-Regisseur Matt West retour.

Hit: 38 Millionen Besucher in 17 Ländern

Das Broadwaymusical gilt als eine der am längsten gespielten Produktionen. Uraufgeführt 1994, basiert es auf dem Disney-Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1991, der mit zwei Oscars, drei Golden Globes und vier Grammys ausgezeichnet wurde. Bisher sahen die Musicaladaption laut VBW mehr als 38 Millionen Menschen in mehr als 17 Ländern. Nach 1995 kehrt "Die Schöne und das Biest" nach Wien retour - in einer Neuinszenierung. Für diese konnten Künstlerinnen und Künstler gewonnen werden, die schon bei der Originalproduktion dabei waren. Die Musik stammt vom achtfachen Oscar-Preisträger Alan Menken, die Liedtexte von Howard Ashman und Tim Rice.

Ein bisschen wie Heimkommen

Ab 25. 9. im Raimund Theater: "Die Schöne und das Biest". © VBW

Linda Woolverton hat sowohl das Originalscript vom Film als auch vom Musical verfasst, Roman Hinze nun die deutsche Übersetzung beigesteuert. "Wir wollten damals eine Disney-Heldin kreieren, die keine Prinzessin ist, sondern eine Denkerin und Leserin", erinnert sich Woolverton in einem eingespielten Video. "Ich wollte nicht, dass die Story feststeckt", ergänzt US-Regisseur und Choreograf Matt West. Sie hätten alles aufgefrischt: Szenen, Struktur, Choreografien, Musik. "Die Tavernen-Nummer ist größer und strahlender." Für beide hätte sich die Rückkehr zu dem Stoff nach mehr als 30 Jahren wie "nach Hause zu kommen" angefühlt.

Die Geschichte von der schönen, mutigen Belle und dem hochmütigen Prinzen, der von einer Zauberin verflucht wurde, ist bekannt: Erst wenn jemand ihn aus freien Stücken liebt, wird der Bann gebrochen und er aus seiner Einsamkeit befreit. "Es ist eine Geschichte über Mut, innere Schönheit und die Kraft der Liebe", betont Marlene Jubelius. Dass die Chemie zwischen den beiden Stars stimmt, war bei der Interpretation des Titelsongs unter Einsatz der Nebelmaschine im Zuschauerraum zu sehen und zu spüren.

Wiendebüts und Comebacks

Für Musicaldarstellerin Marlene Jubelius ist es ihr erstes Engagement in Wien: "Ich hatte eine tolle, erste Anprobe, alle arbeiten mit sehr viel Liebe und Leidenschaft." Die Figur der Belle beschreibt sie wie folgt: "Das Schöne an ihr ist, dass sie eine entschlossene und mutige Frau ist, die auch ihren eigenen Kopf hat." Ihren Bühnenpartner Dominik Hees hat sie beim Casting kennengelernt, wo sie nach einem langen Tag einen Texthänger hatte. Er half ihr. Bewährungsprobe bestanden.

Der "Biest"-Darsteller Hees ist kein Unbekannter in Wien, er stand zuletzt u.a. in "Cats", "Der Glöckner von Notre Dame" und "Maria Theresia" auf der Bühne. "Es ist schön, wie wir künstlerisch und menschlich harmonieren", sagt er über seine Bühnenpartnerin. Das Biest sei ein "zerbrochener Charakter, der es durch die Kraft und das Durchhaltevermögen dieser Frau schafft, ein liebender Mensch zu werden." Technisch ausgetüftelt seien seine Verwandlungen, das Tempo insgesamt "sehr hoch". Hees ist ein Bühnenautodidakt, der nie eine Schauspielschule besucht oder Gesangsunterricht genommen hat. "Mein ganzes Leben war geprägt von Musik und Sport. Der Beruf ist zu mir gekommen", erzählt er.

"Die Schöne und das Biest" feiert nach 31 Jahren Wien Comeback. © VBW

Geheimnis um den Cast gelüftet

Nun ist auch die weitere Riege der Solistinnen und Solisten bekannt: Roy Goldman wird den von sich selbst überzeugten Gaston spielen, während Linus Al Baroffio in die Rolle seines Gefährten Lefou schlüpfen wird. Im verzauberten Schloss von "Die Schöne und das Biest" wird Simon Stockinger als lebenslustiger Lumière auftreten. Mit Special Effects und echtem Feuer. "Dabei halte ich mich im Alltag immer von Feuer fern", sagt der Darsteller. Wietske van Tongeren als Madame Pottine und Mathias Schlung als Herr von Unruh ziehen ebenso mit ins Schloss ein. Zum weiteren Cast zählen u.a. die Darstellerinnen und Darsteller Oliver Huether (Maurice), Jana Stelley (Madame de L'Amour) und Birgit Arquin (Babette). Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Herbert Pichler, der das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien dirigiert.