Eine Erhöhung um zehn Prozent sei angemessen. Höhere Aufschläge könnten dagegen den Absatz bremsen und insbesondere jüngere Kunden vom Weinkonsum abhalten. Die Initiative geht auf Luca Ferraris und Stefano Chiarlo zurück, zwei bekannte Weinproduzenten aus der norditalienischen Region Piemont.
Auch interessant
Ferraris und Chiarlo kritisieren, dass Restaurants teilweise Aufschläge von 30 bis 40 Prozent oder sogar mehr auf den ursprünglichen Preis des Weins verlangen. Die hohen Preise würden dazu führen, dass viele Flaschen unverkauft bleiben, kritisieren die Winzer.
Italien mit Rückgang beim Weinkonsum konfrontiert
Gemeinsam mit dem Restaurant "Il Podestà" in Asti wollen die Winzer ein Zeichen setzen. Restaurantinhaber Bruno Violato kündigte eine 40-tägige Aktion an, bei der ausgewählte Weine der beiden Erzeuger zu moderaten Preisen angeboten werden sollen - sowohl glasweise als auch flaschenweise. Ergänzend sollen die Gäste Informationen über die Weintradition und die kulturelle Identität des Monferrato erhalten. Seinem Beispiel wollen andere Gastronomen in Italien folgen.
Ferraris verwies auf seine mehr als 2.500 aktiven Kunden und erklärte, dass Restaurants mit moderaten Preisen keine Absatzprobleme hätten. Betriebe mit höheren Aufschlägen gerieten dagegen zunehmend unter Druck.
Die Schwierigkeiten der Branche haben mehrere Ursachen. Dazu zählen gestiegene Energiekosten, ungünstige Witterungsbedingungen und die Auswirkungen der US-Zölle auf den Weinexport. Die Vereinigten Staaten gehören weiterhin zu den wichtigsten Absatzmärkten für italienische Weine.
Die Initiative sorgt für Diskussionen und stellt das Thema des Rückgangs beim Weinkonsum in den Fokus. Italien bleibt zwar einer der weltweit größten Weinproduzenten und -konsumenten, doch die traditionellen Trinkgewohnheiten verändern sich deutlich. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch sank von 38 Litern im Jahr 2022 auf 35,6 Liter 2025, wie aus einer Studie der Investmentbank Mediobanca hervorgeht. Nur noch 39 Prozent der Italiener tranken 2025 regelmäßig Wein. 2006 waren es noch 57 Prozent.