Eskalation in Athen
Griechenland: Jetzt beginnt die Revolte
Die Stimmung im maroden Griechenland kippt: Immer mehr Streiks und Proteste gegen die Sparpläne erschüttern das Pleite-Land.
Diese Bilder aus Griechenland schockieren Europa: Vermummte werfen Steine in Richtung der Polizei, Beamte in schwerer Montur prügeln mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein, und nur mit Tränengas kann die Meute im Zaum gehalten werden.
In der Nacht auf Freitag sind die Proteste der Bevölkerung in Athen erstmals eskaliert. Mehrere hundert Lehrer wollten das Finanzministerium stürmen – und die Polizei konnte sie nur mit einer harten Gangart stoppen. Trotz aller Gewalt: Bei den Auseinandersetzungen ist offiziell niemand verletzt worden.
Rigorose Sparpläne: Die Wut der Griechen steigt
Doch das könnte nur ein Vorgeschmack sein auf das, was Griechenland in den
nächsten Wochen blüht: Es brodelt in der griechischen Bevölkerung. Die Lage
im Land steht auf der Kippe. Es droht das große Chaos.
Ministerpräsident Giorgos Papandreou verteidigt seine Sparpläne: „Das Überleben der Nation ist heute das Wichtigste“, sagte er am Freitag. In Wahrheit ist es seine einzige Chance, denn den Griechen steht das Wasser bis zum Hals. Bis zum 19. Mai benötigen sie für Staatsanleihen 8,5 Mrd. Euro und laut Experten 140 Mrd. Euro in den nächsten drei Jahren.
Am Sonntag verabschieden EU-Finanzminister die Hilfen
Ein erstes Notfallpaket von mindestens 45 Mrd. Euro soll beim Sondergipfel der EU-Finanzminister am Sonntag in Brüssel beschlossen werden – 30 Mrd. davon sollen von den 16 Euro-Ländern kommen. Österreich will sechs Milliarden (zwei Mrd. kommen vom Staat, vier Mrd. von der Nationalbank) zahlen.
Entscheidend für die Finanzspritze ist, ob die Griechen ihre Sparpläne
umsetzen werden. Die griechische Regierung will sich bis Sonntag mit der EU
über die Bedingungen für die Hilfe einigen.